Bücher der Saison
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Klappentext
Eines Morgens wittert der kleine Rumo, der wie jeder Wolpertinger bei geschlossenen Augen mit der Nase sehen kann, den silbernen Faden, der das Glück verheißt. Doch bis dahin gilt es unvorstellbaren Gefahren zu trotzen: Rumo kämpft gegen bestialische Zyklopen, befreit seinen Lehrmeister Smeik von der Teufelsinsel, schlägt sich mit tumben Blutschinken, begegnet einem genialen Schüler von Professor Dr. Abdul Nachtigaller und gelangt schließlich in das idyllische Wolperding, wo er schließlich den Ursprung des silbernen Fadens findet ...
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.08.2003
Sebastian Domsch ist in seiner Begeisterung für Walter Moers dritten Rumo-Band schlichtweg nicht zu bremsen. "Wer wirklich einmal wissen will, wie das Fantastische in der Literatur aussehen kann, wenn man nur genug Fantasie hat und sich selbst nicht allzu ernst nimmt", schreibt Domsch mit Blick Joanne Rowlings "Harry Potter", "der sollte Walter Moers nach Zamonien folgen". Denn in der Welt dieses "überwältigenden Fabulierers und spannenden Erzählers" wirbeln zu Domschs Freude nicht nur Wolpertinger, Teufelszyklopen und Haifischmaden wild durcheinander, sondern auch Stollentrolle, Dämonenkrieger, untote Yetis, Vrahoks, Frostfratten und Schrecksen. Besonders beeindruckt hat den Rezensenten allerdings das telepathisch begabte, leider schizophrene Kurzschwert des Helden Rumo. Diese ganze Fantasiewelt müssen man sich ungefähr so vorstellen, feixt Domsch schließlich, als würde sie ein Tolkien beschreiben, "dem man zuerst zwanzig Jahre lang verboten hat, auch nur einen fantastischen Satz zu äußern, und den man dann auf LSD setzt".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.06.2003
Sonja Zekri hat große Sympathie für Walter Moers. Dennoch: dieser Roman aus Zamonien hat sie nicht ganz überzeugt. Held der Geschichte ist diesmal der Wolpertinger Rumo. Ein Wolpertinger ist laut Zekri ein aufrecht gehendes, sprechendes hundeartiges Wesen mit Hörnern. Rumo also soll Zamonien vor dem irren Unterwelt-Herrscher Gaunap bewahren. Anders als in den beiden vohergegangenen Romane aus Zamonien, so Zekri, ist der hier beschriebene Kosmos jedoch "nicht mehr das Reich aufregender, aber harmloser Abenteuer, sondern Schauplatz eines knallharten und für Moers ganz untypischen manichäischen Ringens." Gelegentlich bemerkt Zekri sogar einen "verkniffenen Amoralismus, der fast schon wieder moralisch wirkt". Und doch liebt sie es, wie Moers "Weltliteratur, Kino und Wissenschaften" plündert oder "Shakespeare, germanische Sagen und Nanorobotik" mischt. Im Vergleich zu Tolkiens akademischer Mittelerde wirke Zamonien "wie frisch erfunden". Im zweiten Teil hat sie sich dann aber doch gelangweilt. Wenn die Monster immer vielbeiniger und die Gefahren immer tödlicher werden, macht das die Geschichte leider nicht kurzweiliger, seufzt sie.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2003
Für Rezensent Tilman Spreckelsen zeigt Walter Moers mit diesem Roman, dass er zu den einfallsreichsten deutschen Romanautoren gehört. Allerdings sieht der Rezensent diese Qualitäten sich nur dort in vollem Umfang entfalten, wo er Moers Fantasie sich an Namen und Metaphern sich entzünden sieht. Sonst aber gehe es in der Welt von Protagonist Rumo so unübersehbar um "Letzte Dinge", also um "Liebe, Tod und Treue", dass sich für den Rezensenten gelegentlich der "Mehltau "allzu angestrengter Ernsthaftigkeit" über den Roman gelegt hat. Der Wolpetinger Rumo ist, wie uns der Rezensent wissen lässt, zwar schon aus Moers "Käpt'n-Blaubär"-Abenteuern bekannt. Wer von diesem Roman jedoch eine glatte Fortsetzung der Zamonien-Saga erwarte, werde gründlich enttäuscht. Denn die hier gezeichnete Welt offenbarte Spreckelsen so "lustvoll und ausdauernd ihre düsteren Seiten", dass er das aufregende aber ungefährliche Abenteuerland von früher nun vergeblich suchte. Im neuen Roman findet er vielmehr jeden der vielen Haupterzählstränge "die Botschaft von der tödlichen Gefahr" unterstrichen, die jenen drohe, die sich nicht zur Wehr setzen wollen oder können.
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