1804 wird im salzburgischen Werfen Ferdinand Sauter geboren, ein bemerkenswerter Dichter, der sich sträubt, Bücher zu veröffentlichen, ein merkwürdiger Mensch, der es sich und den anderen nicht leichtmacht. Die meiste Zeit seines Lebens lebt er in einem Wien, wo Spitzelwesen, absolute Staatsmacht und soziale Probleme in krassem Widerspruch zur vielbesungenen Idylle des Biedermeier stehen. In über vierzig kurzen Kapiteln nimmt sich Ludwig Laher dieser schillernden Figur an, entlang ihrer ungewöhnlichen Lebenspraxis und außergewöhnlichen Literatur gewinnt Vernebeltes scharfe Konturen zurück.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.07.2003
Mit dem Porträt über Ferdinand Sauter beschließt Ludwig Laher seine Trilogie "abseitiger Künstlerbiographien", informiert Rezensent Samuel Moser. Er findet die literarische Biografie über diesen Poeten aus dem 19. Jahrhundert, den auch er nicht zu den Großen zählt und der vielen wohl lediglich als "Stehgreifdichter in den Kneipen" bekannt ist, gelungen. Ihm gefällt daran besonders, dass der Sonderling Sauter mit seiner Liebe zur Poesie hier weder verharmlost noch dramatisiert werde, dass Sauter einfach als Schwieriger und nicht als pathologischer Fall beschrieben werde. Dennoch geht es Laher in seinem Buch weniger um den Poeten als um die Rettung seiner Gedichte vor "kleinmütigen Herausgebern und 'Sauterverwurstern'", vermutet unser Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.05.2003
Nicht untergehen lassen, den Sauter, ruft Rezensent Uwe Schütte dem Leser zu. Der Wiener Biedermeierdichter Ferdinand Sauter, dessen Porträt Ludwig Laher in vierzig kurzen Abschnitten gezeichnet hat, hätte das nämlich nicht verdient, behauptet Schütte. Sauter, so erklärt er uns, war zwar nicht so groß wie Walser, Kleist oder Kafka, aber er hatte doch einiges mit ihnen gemein: mit Walser etwa die manische Produktionswut, die mit einem kompletten Desinteresse an Publikation einherging, mit Kleist die Wutausbrüche, die Manuskripte ins Feuer beförderten, mit Kafka die Arbeit bei einer Versicherungsgesellschaft. Alles in allem also ein "unangepasster, widerspruchsvoller Lyriker", dessen Außenseitertum und "eigentümliche Modernität" es für Schütte offenbar durchaus rechtfertigt, dass Ludwig Laher ihm ein Buch widmet.
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