Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Bernhard Kathan

Das Elend der ärztlichen Kunst

Eine andere Geschichte der Medizin

Cover: Das Elend der ärztlichen Kunst

Kadmos Kulturverlag, Berlin 2003
ISBN-10 3931659348
ISBN-13 9783931659349
Broschiert, 269 Seiten, 17,50 EUR

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Klappentext

Die Geschichte der Medizin spiegelt den Umgang mit dem kranken Menschen, mit Elend und Siechtum. Kaum eine Berufsgruppe geht so nahe an menschliche Tabugrenzen wie Ärzte und Krankenschwestern. Die moderne Medizin hat in ihrer 500-jährigen Geschichte ein riesiges Arsenal an Strategien und Techniken entwickelt, um der Bedrohung durch Elend, Schmerz und Tod Herr zu werden. Der Patient ist ihr derweilen entglitten. Er wurde (und wird) in Anamnese, Untersuchung und Diagnose in Bestandteile zerlegt und jedweder Individualität beraubt. Die Fortschritte der modernen Medizin sind somit teuer erkauft.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.05.2003

Seit sich die Kulturwissenschaften mit der Medizin beschäftigen, "stellt sich diese weniger als Erfolgsstory, sondern eher als ein Panoptikum von Abgründen dar", beobachtet Arno Orzessek. In dieser Tradition sieht er auch das Buch von Bernhard Kathan, das an einer interessanten Schnittstelle von Prosa und Essay angesiedelt ist. Der Wissenschaft der Medizin wird darin zwar kaum Gerechtigkeit getan, ihre Errungenschaften kommen darin gar nicht vor. Die Defizite stehen eindeutig im Vordergrund: "Bei Kathan wird Medizingeschichte zum Spiegel mannigfaltiger Verlusterfahrungen der Moderne". Trotzdem findet der Rezensent das Buch ausgesprochen gelungen - je nach Zielgruppe lehrreich ebenso wie vergnüglich: "dem Laien zur Belehrung, dem Fachpublikum zum Vergnügen." Was will man mehr.

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