Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Mit einem Nachwort von Adolf Muschg. Eine Depression kann aus heiterem Himmel kommen: Die Normalität kippt um in die Logik des Nachtgängers. Auf einmal geht selbst ein vormals im prallen Leben stehender Mensch wie Adrian Naef auf der Schattenseite. Alles ist noch da; nichts davon gilt mehr. Ein Spießrutenlaufen durch die Hölle des Alltags beginnt. Panikattacken, Dämonen und Gestalten von biblischem Ernst umzingeln den Nachtgänger. Die Apokalypse vor Augen, beginnt ein Seelenwinter, aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint: An Depression zu leiden zerreißt den Zusammenhang mit allem, was einem vertraut und lieb war. Kaum einer kann zum Leidenden vordringen, Hilfsangebote bestätigen ihm nur, dass die Welt aus den Fugen ist. Doch wo sitzt dieser Teufel - im Therapeuten, im eigenen Verstand, in einem unsoliden Detail der Lebensgeschichte? Adrian Naef liefert das Protokoll eines Kampfes mit einer schweren Depression.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2004
Grimmig-dämonisch findet Rezensentin Ingeborg Harms dieses "nachträglich entstandene Protokoll einer Depression", hinter dessen Textabgründen sich für sie ein sehr zeitgemäßer, nietzscheanischer Charakter verbirgt, "der die Erfahrung machen musste, dass die Ich-AG eine Sackgasse ist. Als "Krankheitsprosa" findet sie den Text des Genfer Therapeuten und "ehemaligen Revoluzzers" Adrian Naef allerdings ebenso problematisch wie erhellend. Am besten gefällt Harms das Buch, wenn Naef den modernen Hunger als Sinnleere diagnostiziert. Beeindruckend an der ihrer Ansicht nach "herrisch-verbissenen Selbstbezichtigung, die sich über weite Strecken zum flammenden Predigerton aufschwingt", ist für die Rezensentin vor allem, dass der Autor seinen Feind, "das hochfahrende Ich" in keinem Augenblick los wird.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.05.2003
Giery Cavelty feiert freudig das literarische Comeback des Schweizer Autors Adrian Naef, der bereits als Mittzwanziger die Schweiz mit Gedichten "Oerlikonomie", "s Chäsvreneli" und über "GOTT" beglückt hatte. Nun hat Naef das Protokoll einer Depression vorgelegt, und Cavelty findet es "ebenso widerspenstig wie beeindruckend". Drei Jahre lang, erfahren wir, wurde Naef von "archetypischen Dunkelgestalten" heimgesucht, erlebte "Weltgerichte und Teufelsprüfungen" und "Panikattacken im Stundentakt". Als Autopathografen, lobt Cavelty, ist Naef ein durchaus begabter Schriftsteller, der das Bild der "Krise als Katharsis" mit einem ganzen Bündel anderer Erklärungen zu einem "widersprüchlich schillernden Gespinst" verbinde, in dem Kierkegaardsche Pathetik ebenso zu ihrem Recht komme wie die "Instantpsychologie der Frauenmagazine", die indische Chakrenlehre und die Biochemie.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Bücher von Lesern empfohlen
Alma Guillermoprieto: Havanna im Spiegel
Aus dem Spanischen und Englischen von Matthias Wolf. 1970 verließ die junge Mexikanerin Alma Guillermoprieto ...
Martina Rellin: Klar bin ich eine Ost-Frau!
Martina Rellin hat sich mit Frauen aus dem Osten darüber unterhalten, was sie wirklich bewegt, wie sie ihr ...
Archiv: Bücherschauen
Das Gegenglück, der Geist
09.02.2010: Großer Bahnhof für J.M. Coetzee: Zu seinem Siebzigsten preisen FAZ, FR, NZZ und SZ den neuen autobiografischen Roman "Sommer des Lebens" als "grandios", "raffiniert" und "wahrste, kühnste und unterhaltsamste Literatur". Sehr lieb ist der NZZ die Anti-Hysterie von Arno Geigers Eheroman "Alles über Sally". Die taz feiert Amir Hassan Cheheltans großartigen Roman "Teheran Revolutionsstraße". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Christopher Isherwood: Löwen und Schatten
08.02.2010: Großartig erzählt Christopher Isherwood in "Löwen und Schatten" von seiner Schul- und Studienzeit in London und Cambridge in den zwanziger Jahren, von seinen ersten Schreibversuchen und seinen ersten Freunden und Liebhabern. Hier eine Leseprobe. Mehr lesen
Miljenko Jergovic: Freelander
01.02.2010: Karlo Adum heißt der Held in Miljenko Jergovics neuem Roman "Freelander". Er ist ein pensionierter Lehrer und begibt sich eher widerwillig auf eine Irrfahrt durch Kroatien nach Bosnien und Herzegowina. Zu einer Testamentseröffnung. Lesen Sie hier einen Auszug.
Mehr lesen
Alain Mabanckou: Black Bazar
25.01.2010: Alain Mabanckou erzählt in seinem Roman "Black Bazar" sehr selbstironisch von den Träumen afrikanischer Männer, die in Paris ihr Glück suchen. Und hin und wieder auch einen Rückschlag verschmerzen müssen. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen


Folgen Sie uns auf Twitter


