Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen von Kurt Neff. Marcus Tullius Cicero: Ein Politiker, der gleich zweimal an die Macht gelangte, ein brillanter Redner und Schreiber. Ciceros Reden und Ideen haben die Werte der europäischen Zivilisation zweitausend Jahre lang beeinflusst. Seine Biografie erzählt zugleich die spektakuläre Geschichte vom Niedergang der Römischen Republik: Wir erleben Cicero, wie er den vermeintlich unbestechlichen Brutus des Betrugs überführt, wie er eine sexuelle Eskapade des jungen Marcus Antonius beendet, wie er nach Julius Cäsars Ermordung Rom in einem Augenblick höchster Gefährdung stabilisiert und vergeblich den Bürgerkrieg zu verhindern versucht. Die Figur, die Anthony Everitt vorstellt, ist durch und durch menschlich, oft zaudernd, prahlerisch aus Unsicherheit und emotional trotz der stoischen Fassade.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.08.2003
Gar nicht glücklich ist Manfred Fuhrmann mit Anthony Everitts Buch über Cicero, das er zusammen mit anderen Neuerscheinungen über die Antike bespricht. Everitt ist weder Althistoriker noch Altphilologe, hält Fuhrmann fest, was nicht so schlimm wäre, wenn er denn wenigstens ein Gespür für die dramatisch-widersprüchliche Gestalt des Cicero hätte. Doch weder nehme er Anstoß an den "seine Größe entstellenden Schwächen" noch spiele Mommsens berühmtes Verdikt eine Rolle, nach dem Cicero als Staatsmann "ohne Einsicht, Ansicht und Absicht" gewesen sei. Übrig bleibt für Fuhrmann genau das, was der Untertitel ankündigt: ein turbulentes Leben. Immerhin gesteht Fuhrmann Everitt zu, sich mit dem Leben seines Helden doch ein wenig vertraut gemacht zu haben: "Das Detail stimmt; die überlieferten Fakten werden zuverlässig wiedergegeben."
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.07.2003
Jürgen Busche bricht in seiner Kritik dieser Lebensbeschreibung Ciceros eine Lanze für die Kunst der Biografie - eine literarische Richtung, die, wie er findet, hierzulande gänzlich unterentwickelt ist. Deshalb betont er zwar, dass die vorliegende Cicero-Biografie des britischen Autors Anthony Everitt keine Meisterleistung ist und dem Fachmann wohl auch kaum Neues zu bieten hat. Dennoch ist das Buch "ein ganzes Stück besser" als vergleichbare deutsche Werke, so der Rezensent nachdrücklich. Und das, obwohl Busche bei Everitt sogar ein paar "gravierende Fehler" gefunden hat. Allerdings, verteidigt Busche den Autor, sei es genauso gut dem deutschen Lektorat anzulasten, wenn zum Beispiel zu lesen sei, Pharaonen hätten noch im 1. Jahrhundert v. Chr. in Ägypten regiert.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.05.2003
Der Publizist Everitt verspricht, erfahren wir von Wolfgang Will, mit diesem Buch eine "Rehabilitation" Ciceros vorzulegen sowie ein "Lebensbild auf der Basis der 'Briefe, Reden und Schriften'"; und der Verlag hat das Buch darüber hinaus dann auch noch als eine "Alltagsgeschichte" angekündigt. "Die Messlatte liegt damit so hoch", witzelt der Rezensent, "dass der Autor bequem unter ihr durchschreiten kann." Everitts Darstellung des Politikers Cicero etwa biete "nur einen verballhornten Hegel"; über Inhaltsangaben, "die sich wie Zusammenfassungen aus Literaturgeschichten lesen", komme der Autor nicht hinaus. Selbst wer "nur einige wenige Neubewertungen erhofft, wird enttäuscht". Everitt habe ein konventionelles Lebensbild geschrieben und die Quellen böten entgegen der Ankündigung nur Zierat. Und schließlich, kritisiert Will, habe dann auch noch der Übersetzer "nicht selten den genauen Fachbegriff" verfehlt. Konzedieren will der Rezensent dem Buch nur, dass es sich immerhin "flüssig liest".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Bücher von Lesern empfohlen
Alma Guillermoprieto: Havanna im Spiegel
Aus dem Spanischen und Englischen von Matthias Wolf. 1970 verließ die junge Mexikanerin Alma Guillermoprieto ...
Martina Rellin: Klar bin ich eine Ost-Frau!
Martina Rellin hat sich mit Frauen aus dem Osten darüber unterhalten, was sie wirklich bewegt, wie sie ihr ...
Archiv: Bücherschauen
Das Gegenglück, der Geist
09.02.2010: Großer Bahnhof für J.M. Coetzee: Zu seinem Siebzigsten preisen FAZ, FR, NZZ und SZ den neuen autobiografischen Roman "Sommer des Lebens" als "grandios", "raffiniert" und "wahrste, kühnste und unterhaltsamste Literatur". Sehr lieb ist der NZZ die Anti-Hysterie von Arno Geigers Eheroman "Alles über Sally". Die taz feiert Amir Hassan Cheheltans großartigen Roman "Teheran Revolutionsstraße". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Christopher Isherwood: Löwen und Schatten
08.02.2010: Großartig erzählt Christopher Isherwood in "Löwen und Schatten" von seiner Schul- und Studienzeit in London und Cambridge in den zwanziger Jahren, von seinen ersten Schreibversuchen und seinen ersten Freunden und Liebhabern. Hier eine Leseprobe. Mehr lesen
Miljenko Jergovic: Freelander
01.02.2010: Karlo Adum heißt der Held in Miljenko Jergovics neuem Roman "Freelander". Er ist ein pensionierter Lehrer und begibt sich eher widerwillig auf eine Irrfahrt durch Kroatien nach Bosnien und Herzegowina. Zu einer Testamentseröffnung. Lesen Sie hier einen Auszug.
Mehr lesen
Alain Mabanckou: Black Bazar
25.01.2010: Alain Mabanckou erzählt in seinem Roman "Black Bazar" sehr selbstironisch von den Träumen afrikanischer Männer, die in Paris ihr Glück suchen. Und hin und wieder auch einen Rückschlag verschmerzen müssen. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen


Folgen Sie uns auf Twitter


