Dichtung bewahrt etwas auf, was anders nicht zu bewahren ist. Die Sammlung spannt den Bogen von der Jahrhundertwende mit ihrem Optimismus des Aufbruchs in die Moderne über die Schrecken und Katastrophen der deutschen Geschichte bis zur politischen »Wende« und öffnet den Blick in die Zukunft mit ihren Gefahren und Möglichkeiten. Alle großen Autorinnen und Autoren deutscher Sprache sind vertreten, von Arthur Schnitzler bis Ingo Schulze.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.04.2000
Die Auswahl von Erzählungen aus dem 20. Jahrhundert kann Lutz Hagestedt nicht überzeugen, obwohl er dem Herausgeber auch einige Glücksfunde verdankt. So kritisiert er das Übergewicht von Texten bis zu den sechziger Jahren und vermißt in dieser Anthologie vor allem jüngere Autoren, die er mit nur einem Vertreter deutlich unterrepräsentiert sieht. Unverständlich und störend findet er die Fehler und Versäumnisse im Anhang: nicht nur fehlende oder falsche Daten, sondern auch der hier erörterte Gegensatz Erzählung/Novelle, die in den von Hinck zusammengestellten Erzählungen gar keine Rolle spiele, mache diese Auswahl "angreifbar".
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