Aus dem Amerikanischen von Ekkehard Knörer. Wie lässt sich an den Holocaust erinnern, wenn man ihn nicht selbst erlebt hat, wenn in den eigenen Erinnerungen die Geschichte von ihrer Übermittlung nicht mehr loszulösen ist; und wie lässt er sich in den Formen der Kunst, Literatur und Architektur vergegenwärtigen, ohne, etwa im ästhetischen Gelingen, damit zu versöhnen? James Young erläutert am Beispiel einer Reihe amerikanischer und europäischer Avantgardekünstler der Nachkriegsgeneration, die in ihren persönlich motivierten oder im öffentlichen Auftrag vergebenen Werken auf den Holocaust Bezug nehmen, welche erstaunlichen und weitreichenden Antworten auf diese moralisch wie ästhetisch brisante Herausforderung gefunden wurden - eine Herausforderung, die schon Adorno in seinem vielzitierten Diktum von den "Gedichten nach Auschwitz" formuliert hat... Young untersucht unter anderem Werke von Art Spiegelman, David Levinthal, Daniel Libeskind und Jochen Gerz.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2003
Sein "Beschreiben des Holocaust" war ein Standardwerk, weiß "ces"; jetzt setze James E. Young den Diskurs über die Formen der Erinnerung an die Vernichtung der europäischen Juden fort, indem er künstlerische Produkte der Generation der Nachgeborenen diskutiere: Für Art Spiegelman und Daniel Libeskind beispielsweise stelle sich "die Frage nach der Ambivalenz der sogenannten Erinnerungskultur" neu. Youngs "eigenwillige Lesart", hebt "ces" hervor, richte sich gegen "den ritualisierten Holocaust-Erinnerungs-Betrieb" - denn diese Debatte könne und werde nie beendet sein.
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