Wilhelm Schickard (1592-1635), von Haus aus evangelischer Theologe, wurde 1619 Professor für Hebräisch in Tübingen, 1632 auch für Astronomie. Früh mit Kepler befreundet, trat er als Professor mit dem Straßburger Historiker Matthias Bernegger, mit den Basler Hebraisten Joh. Buxtorf Vater und Sohn, mit Pierre Gassendi, dem provenzalischen adligen Sammler und Privatgelehrten Peiresc und vielen anderen in brieflichen Verkehr. Schickards in vielen Bibliotheken verstreuter Briefwechsel wird hier erstmals gesammelt vorgelegt. Er umfasst 243 Briefe von und 353 an Schickard, dazu Auszüge aus 228 Briefen über Schickard. Die - überwiegend lateinischen - Briefe sind durch Kopfregesten, knappe Kommentare und Register der Personen (bei Personen bis zum 18. Jahrhundert nach Möglichkeit mit biografischen Angaben), Körperschaften, Orte und Sachen erschlossen. Eine ausführliche Bibliografie ist dem Band beigegeben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.03.2003
Claudia Brosseder hat sich in die Briefe eines Universalgelehrten vertieft, der "an der Schwelle zur modernen Naturwissenschaft" stand. Vieles sei nicht bekannt über diesen Abschnitt der Wissenschaftsgeschichte, und Wilhelm Schickard - "Orientalist, Astronom, Geograf und Erfinder der ersten Rechenmaschine - sei den wenigsten ein Begriff. Was seinen gesammelten Briefwechsel so überaus interessant und sogar begeisternd mache, sei denn auch nicht die Person des Tübinger Gelehrten, sondern das daraus erwachsende Bild der damaligen Forschungspraxis. Kreuz und quer durch Europa verliefen die Pfade der Korrespondenz, "offenherzig und zugleich doch elitär" unterrichteten die Gelehrten einander von ihren Vorhaben - eine kleine, verstreute Gemeinde von Konkurrenten und Kollegen, die in einer Zeit, als wissenschaftliche Informationen kostbare Mangelware und die Bibliotheken schlecht ausgestattet waren, des Austauschs so dringend bedurften. Faszinierende, aufschlussreiche Dokumente also, betont Brosseder, und überdies "vorbildlich", nämlich originalgetreu, ediert.
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