Der mittellos in einem Männerwohnheim hausende Kunstmaler Adolf Hitler sucht den der Hochstapelei bezichtigten Schriftsteller Karl May heim; eine hochkorrekte deutsche Sozialistin aus der DDR verliebt sich in dien flamboyanten Freiheitskämpfer Che Guevara, der russische Schriftsteller Michael Bulgakov geht ans Telefon und am anderen Ende der Leitung meldet sich Joseph Stalin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2003
Zwei wichtige Erkenntnisse hat Jörg Magenau aus dem Irakkrieg und Hans Christoph Buchs "wahrer Geschichte" gezogen. Zum einen, dass Wahrheit ein "Resultat der Dichtung" ist, abhängig von Perspektive und Interesse des Berichterstatters; zum anderen aber, dass Wahrheit kein Kriterium für das Gelingen von Literatur sein kann. In seinen politischen, an Kleist geschulten Novellen erzählt Buch wahre und unwahre Geschichten und Anekdoten von Diktatoren, "die die Macht besitzen, Wahrheit durchzusetzen". Magenau hat dabei einige hübsche Anekdoten und wunderbare Überraschungen entdeckt- etwa dass Stalin tatsächlich bei Bulgakow angerufen hat, um ihm zu seinen großartigen Theaterstücken zu gratulieren. Doch nahezu bedauernd sieht Magenau in der Mehrheit der Geschichten den Erzähler Buch an Grenzen stoßen, die nicht nur durch das Genre abgesteckt sind.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2003
Volker Breideckers stöhnt ein wenig auf: Die "Textmaschine von Hans Christoph Buch" präsentiert "eine Reihe wunderlicher Auftritte und Begegnungen der neueren Geschichte nach Art von Nummernrevuen". Hitler ist dabei, Mao, Ulbricht und Stalin, Che, Beauvoir und Sartre, ferner Kaiser Nero und Wilhelm Pieck und offensichtlich überhaupt alle, und auch die Schauplätze "reichen weit". Das, so Breidecker, ist das "Spielmaterial" des reisemüden Reporters Buch, der sich nurmehr mit dem heimischen "Türmerblick" auf den tausendfach erzählten "Jammer der Geschichte" begnüge. Hier werde ein weiteres Kapitel hinzugefügt, offensichtlich mit tragikkomischer Intention. Doch die historischen Stoffe mitsamt der "Folklore ihrer Überlieferung" seien ja selber "schon absurd und tragikkomisch genug", und deshalb, mit Verlaub, brauche keiner dieses "Gepansche aus Realität und Fiktion" - alles nur "schaler, abgestandener Schmock", schreibt Breidecker.
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