Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Alex-Li Tandem, Ende zwanzig, Sohn einer jüdischen Mutter und eines chinesischen Vaters, ist Autogrammhändler. Seine Freunde können mit dieser Profession gar nichts anfangen und versuchen ständig, ihn von dieser unseriösen und fadenscheinigen Tätigkeit abzubringen. Doch Alex-Li ist wie besessen, feilscht und handelt und wird immer wieder von der Angst vor Fälschungen gequält. Sein größter Wunsch ist es, in den Besitz einer Autogrammkarte des geheimnisumwitterten B-Movie-Stars Kitty Alexander zu gelangen. Reichtum und vor allem Ruhm wären ihm sicher. Eines Tages wähnt sich Alex-Li am Ziel seiner Träume, denn er hat nicht nur eine Autogrammkarte erhalten, Kitty Alexander will ihn bei seinem Deal unterstützen...
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 20.03.2003
Die Sinnsuche im postmodernen Zeitalter treibt die Protagonisten von Zadie Smith' neuem Roman um, berichtet die Rezensentin Christiane Zschirnt. Die Hauptperson Alex-Li Tandem, von Beruf Autogrammhändler, stehe exemplarisch für eine Generation, die in einer unauthentischen Umwelt voller willkürlich wählbarer Lebenswelten ihr Glück sucht. Die literarische Bearbeitung dieses Themas ist an sich ein hehres Anliegen, meint Zschirnt, doch Smith' Anleihen bei Derrida, Lacan und der jüdische Kabbala, gepaart mit Medien- und Kulturkritik waren ihr dann doch etwas zu viel des Guten und tragen ihrer Meinung nach nicht dazu bei, dieses "ambitionierte" Projekt für die Leser begreiflich zu machen. Am besten hat Zschirnt der Anfang des "Autogrammhändlers" gefallen, wenn Smith die enge Bindung von Tandem an seinen verstorbenen Vater deutlich macht. Der Rest des Buches schafft es aber leider nicht, die "Tragik der emotionalen Leere" der Charaktere greifbar zu machen, sondern verharrt in der theoretisch überladenen Beschreibung dieser Leere, bedauert Zschirnt enttäuscht.
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