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zuletzt aktualisiert 09.02.2012, 20.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Mariam Lau

Harald Schmidt

Eine Biografie

Cover: Harald Schmidt

Ullstein Verlag, München 2003
ISBN-10 3550075642
ISBN-13 9783550075643
Gebunden, 239 Seiten, 18,00 EUR

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Klappentext

Abend für Abend gelingt es dem Entertainer Harald Schmidt, Zuschauer aller Gesellschaftsschichten vor den Fernseher zu locken, sie trefflich zu unterhalten. Mariam Lau stellt uns diesen Mann vor, zeigt, was er sonst noch macht und beschreibt seine steile Karriere.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.06.2003

Harald Schmidt gilt als Deutschlands witzigster TV-Talker und Rhetorik-Genie. Wie schreibt man eine Biografie über so einen Menschen? Ganz sicher nicht so, wie es Miriam Lau getan hat, meint Eugenie Bott in ihrer gar nicht wohlmeinenden Rezension. Der Autorin sei es gelungen, "einen Klops aufzutischen, der sich nur mit viel Sinn für unfreiwillige Komik schlucken lässt". Harald Schmidt habe eine Biografin, die ihm den Jux nicht lassen wolle, meint Bott. So entschärfe sie etwa Aussagen Schmidts über seine Heimatstadt Nürtingen ("provinzielles Nest") mit "Niemand hat Grund, die Nürtinger Jazz-Tage zu belächeln. Auch die Recherche der Autorin sei höchst dürftig, moniert Bott. Anstatt das Objekt ihres Buches zu befragen, habe sie sich statt dessen in Klatschspalten, bei der Boulevardpresse und ehemaligen Schulkameradenkameraden informiert. So präsentiere das Buch Schmidts Vita als chronologisch sauber ablaufenden, mit vielen Mutmaßungen getränkten, Lebenslauf. Und Harald Schmidt? Der schweigt völlig zu dem Buch und tut gut daran, meint Bott, denn "diejenigen, die ihr Leben nicht öffentlich über den Zaun hängen wollen, sind oft nicht die Schlechtesten".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.04.2003

Oliver Gehrs zeigt sich beeindruckt von der Art und Weise, wie sich Mariam Lau sich Harald Schmidt nähert. Dass sie für ihre Biografie mit dem Objekt ihrer ausführlichen Recherchen nicht selbst gesprochen hat, findet der Rezensent verzeihlich, da sie sich redlich um ein Gespräch bemüht hat, dabei aber auf eine "Mauer des Schweigens" gestoßen sei. Vielleicht, so spekuliert Gehrs, ist es sogar begrüßenswert, dass kein Interview zustande gekommen ist, denn so lief Lau nicht Gefahr, zu einem weiteren "Schmidt-Groupie" zu werden. So untersucht sie das Medien-Phänomen mit "gesunder Skepsis", beschreibt sein soziokulturelle Umfeld und Wegbegleiter seiner künstlerischen Laufbahn und konstatiert beim heutigen Schmidt "Meinungsmainstream" statt demonstrativer politischer Unkorrektheit wie in den Anfangstagen. Das Buch ist nach Gehrs Meinung ein Dokument der "Abnabelung eines Fans", der sich aber auch bewusst ist: "Einen besseren haben wir nicht".

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.04.2003

Er hat es ihr nicht leicht gemacht, fühlt Arno Frank mit Mariam Lau und beruhigt: Die deprimierende Einschränkung - dass sie ganz auf Gespräche mit Harald Schmidt verzichten musste - erweise sich als die eigentliche Qualität von Laus Schmidt-Biografie. So gelinge ihr nämlich eine "behutsame Entzauberung dessen, wovon sie sich hat verzaubern lassen". Lau habe gut recherchiert und in diesen "durchaus kurzweiligen, manchmal ein wenig weitschweifigen Nachstellungen" breite sie "die Umrisse des Phänomens Schmidt" aus. Allerdings nicht des Menschen Schmidt - den könne sie naturgemäß nicht erfassen, und so führt, meint Frank, die einschränkende Distanz dann doch zu einer Verwechslung von "Kunstfigur" und Person: Lau kritisiere Schmidts angebliches Versagen nach dem 11. September und fordere damit zu Unrecht "von einem professionellen Zerrspiegel eine menschelnde Moral". Lieber hätte Frank noch ein wenig mehr über "die Drohungen, Tricks und Winkelzüge" gelesen, mit denen die Autorin ihr Subjekt zum Gespräch zu bewegen versuchte.

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