Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Abend für Abend gelingt es dem Entertainer Harald Schmidt, Zuschauer aller Gesellschaftsschichten vor den Fernseher zu locken, sie trefflich zu unterhalten. Mariam Lau stellt uns diesen Mann vor, zeigt, was er sonst noch macht und beschreibt seine steile Karriere.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.06.2003
Harald Schmidt gilt als Deutschlands witzigster TV-Talker und Rhetorik-Genie. Wie schreibt man eine Biografie über so einen Menschen? Ganz sicher nicht so, wie es Miriam Lau getan hat, meint Eugenie Bott in ihrer gar nicht wohlmeinenden Rezension. Der Autorin sei es gelungen, "einen Klops aufzutischen, der sich nur mit viel Sinn für unfreiwillige Komik schlucken lässt". Harald Schmidt habe eine Biografin, die ihm den Jux nicht lassen wolle, meint Bott. So entschärfe sie etwa Aussagen Schmidts über seine Heimatstadt Nürtingen ("provinzielles Nest") mit "Niemand hat Grund, die Nürtinger Jazz-Tage zu belächeln. Auch die Recherche der Autorin sei höchst dürftig, moniert Bott. Anstatt das Objekt ihres Buches zu befragen, habe sie sich statt dessen in Klatschspalten, bei der Boulevardpresse und ehemaligen Schulkameradenkameraden informiert. So präsentiere das Buch Schmidts Vita als chronologisch sauber ablaufenden, mit vielen Mutmaßungen getränkten, Lebenslauf. Und Harald Schmidt? Der schweigt völlig zu dem Buch und tut gut daran, meint Bott, denn "diejenigen, die ihr Leben nicht öffentlich über den Zaun hängen wollen, sind oft nicht die Schlechtesten".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.04.2003
Oliver Gehrs zeigt sich beeindruckt von der Art und Weise, wie sich Mariam Lau sich Harald Schmidt nähert. Dass sie für ihre Biografie mit dem Objekt ihrer ausführlichen Recherchen nicht selbst gesprochen hat, findet der Rezensent verzeihlich, da sie sich redlich um ein Gespräch bemüht hat, dabei aber auf eine "Mauer des Schweigens" gestoßen sei. Vielleicht, so spekuliert Gehrs, ist es sogar begrüßenswert, dass kein Interview zustande gekommen ist, denn so lief Lau nicht Gefahr, zu einem weiteren "Schmidt-Groupie" zu werden. So untersucht sie das Medien-Phänomen mit "gesunder Skepsis", beschreibt sein soziokulturelle Umfeld und Wegbegleiter seiner künstlerischen Laufbahn und konstatiert beim heutigen Schmidt "Meinungsmainstream" statt demonstrativer politischer Unkorrektheit wie in den Anfangstagen. Das Buch ist nach Gehrs Meinung ein Dokument der "Abnabelung eines Fans", der sich aber auch bewusst ist: "Einen besseren haben wir nicht".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.04.2003
Er hat es ihr nicht leicht gemacht, fühlt Arno Frank mit Mariam Lau und beruhigt: Die deprimierende Einschränkung - dass sie ganz auf Gespräche mit Harald Schmidt verzichten musste - erweise sich als die eigentliche Qualität von Laus Schmidt-Biografie. So gelinge ihr nämlich eine "behutsame Entzauberung dessen, wovon sie sich hat verzaubern lassen". Lau habe gut recherchiert und in diesen "durchaus kurzweiligen, manchmal ein wenig weitschweifigen Nachstellungen" breite sie "die Umrisse des Phänomens Schmidt" aus. Allerdings nicht des Menschen Schmidt - den könne sie naturgemäß nicht erfassen, und so führt, meint Frank, die einschränkende Distanz dann doch zu einer Verwechslung von "Kunstfigur" und Person: Lau kritisiere Schmidts angebliches Versagen nach dem 11. September und fordere damit zu Unrecht "von einem professionellen Zerrspiegel eine menschelnde Moral". Lieber hätte Frank noch ein wenig mehr über "die Drohungen, Tricks und Winkelzüge" gelesen, mit denen die Autorin ihr Subjekt zum Gespräch zu bewegen versuchte.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Homer: Die Odyssee
Die "Mutter aller Erzählungen" - in der Prosafassung von Christoph Martin, erzählt von Dieter ...
Jan Philipp Reemtsma: Vertrauen und Gewalt
Warum sich die Soziologie mit den Phänomenen der Gewalt so schwer tut, ist eine der zentralen Fragen, mit ...
Archiv: Bücherschauen
Dressierte Geschichten über dressierte Gefühle
09.02.2012: Großes Ereignis: Peter Nadas' Jahrhundertroman "Parallelgeschichten" liegt vor und beendet damit das Sandkastenspiel der bürgerlichen Literatur. Die Zeit ist überwältigt. Auch Christian Krachts Roman "Imperium" über den Begründer eines Kokusnussreichs kommt bei ihr sehr gut an. Die FAZ liest Hanna Kralls Erinnerungen "Rosa Straußenfedern". Die NZZ lernt in Bernd Stieglers "Belichtete Augen" alles über die Wunder der Optografie. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








