Bücherschau der Woche
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Klappentext
In vielen von Malkowskis Texten ist eine Geschichte angelegt, eine Begegnung, eine Erinnerung, ein Mensch, ein Gespräch - doch entscheidend ist immer der zündende Funke, die Knappheit, der Witz, die jedem einzelnen Satz entspringen. "Es kann nicht ohne Rückwirkung auf unser Denken bleiben, dass wir mit den meisten Menschen, die uns vor Augen kommen, niemals ein Wort wechseln ..." - aus einem Satz von lakonischer Alltäglichkeit wird ein Gedanke, der das Unerwartete gerade in diesen Alltäglichkeiten findet. Ironie an der Stelle von Pathos, sprachliche Präzision statt redseligem Erzählprunk, darin liegt die unverwechselbare Qualität von Rainer Malkowskis Prosa. "Gerade der nur wenige Zeilen umfassende Text erhebt den Anspruch auf Vollständigkeit - weil sein Autor kein weiteres Wort für nötig hielt".
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2000
Thomas Poiss kommt zunächst auf Malkowskis Maxime zu sprechen, nach der in einem kurzen Text (etwa einem Aphorismus) kein Wort zuviel enthalten sein darf. Anhand dieses Kriteriums untersucht er anschließend einige der "Denkbilder" des Autors und ist nur teilweise von der Umsetzung überzeugt. Zwar weiß Poiss auch gelungene Beispiele aufzuführen, etwa da, wo Malkowski formuliert: `Als genug Verzweiflung vorhanden war, ist das Achselzucken in die Welt gekommen`. Viele andere Beispiele halten der Maxime jedoch nicht stand und "zerfallen" bei genauerer Betrachtung, so der Rezensent. Manche der Aphorismen findet Poiss zu nebulös, rätselhaft und missverständlich. Er versucht dies, mit Malkowskis eigenen Worten zu vermitteln: Die Lektüre erscheint ihm bisweilen `ebenso unangenehm, wie durch ein Fernrohr zu sehen, das nicht scharf eingestellt ist`.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.07.2000
Die vom Autor so genannten "Hinterkopfgeschichten" sind kurz und aphoristisch. Zusammengefasst sind sie zu einem "Büchlein", das der Rezensent Kurt Oesterle dem Leser sehr ans Herz legt. Er lobt Wahrhaftigkeit und Understatement und teilt offenbar die kulturpessimistische Hintergrundanschauung Malkowskis, die sich in der Kritik an der nivellierenden Kraft der Medien ebenso wie in der zustimmenden Verwendung von Wörtern wie "Herz, Geist, Geheimnis" zeigt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.04.2000
Elsbeth Pulver würde ihrer Begeisterung für diesen Band gerne noch in viel euphorischer Weise Ausdruck verleihen, wenn, ja wenn gerade ein solches Buch einem hochtrabende Beschreibungen nicht geradezu verbieten würde. Deshalb versucht sie, den Wert des Bandes anhand des Untertitels "Hinterkopfgeschichten" subtiler zu beschreiben. Sie findet diesen Untertitel sehr passend, denn im Hinterkopf wird etwas aufbewahrt, etwas, was sich "leise, aber unüberhörbar" bemerkbar macht: Nichts Lautes, Plakatives, Gewolltes oder Drastisches, sondern etwas, was viel mehr mit konzentrierter Wahrnehmung zu tun hat, mit stillem Nachdenken. Und dennoch zeige sich hier eine Poetologie, bei der "doch immer wieder eine eigenartige, unauffällige Radikalität aufblitzt".
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