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zuletzt aktualisiert 10.02.2012, 17.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Alice Sebold

In meinem Himmel

Roman

Cover: In meinem Himmel

Manhattan Verlag, München 2003
ISBN-10 3442545528
ISBN-13 9783442545520
Gebunden, 380 Seiten, 21,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Almuth Carstens. "Ich hieß Salmon, wie das englische Wort für Lachs; Vorname Susie. Ich war vierzehn, als ich am 6. Dezember 1973 ermordet wurde." Susie Salmon führt das ganz normale Leben eines Teenagers in einer amerikanischen Kleinstadt - bis zu jenem Tag im Dezember, als sie allein durch ein Maisfeld nach Hause geht. Denn dort lauert ihr ein Nachbar auf, ein Mann, der sie vergewaltigen, töten und ihre Leiche verschwinden lassen wird. Aber Susies Existenz ist damit nicht ausgelöscht. Von "ihrem Himmel" aus verfolgt sie das Leben auf der Erde, beobachtet sie, wie ihre Geschwister, Eltern und Freunde mühevoll nach Wegen suchen, um den Verlust zu verarbeiten. Bis die Wunden vernarbt sind, neues Leben entstanden, und die fragile Balance menschlicher Existenz wiederhergestellt ist. Und auch Susie ihren Seelenfrieden gefunden hat und die Welt hinter sich lassen kann...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2004

Eher zurückhaltend äußert sich Irene Binal über Alice Sebolds Debütroman "In meinem Himmel", in dem Sebold die Geschichte der kleinen Susie Salmon erzählt, die nach ihrer Ermordung aus dem Himmel beobachten muss, wie ihre Familie an der Tat zu zerbrechen droht. Immerhin attestiert sie Sebold, "keinerlei Scheu vor heiklen Themen" zu haben. Das allein wiederum mache aber noch keinen guten Roman aus. Mit dem "esoterisch-mystischen Kitsch" eines zauberhaften Himmels, in dem alle glücklich sind, kann die Rezensentin sichtlich wenig anfangen. Andererseits lobt sie eine "stellenweise durchscheinende Poetik der Sprache", die den Roman stilistisch über weite Teile rette.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.06.2003

Nicht unfreundlich, aber auch nicht ohne Befremden stellt Karsten Kredel dieses Buch vor, das sich in den USA, wie er berichtet, doppelt so gut verkaufte wie Jonathan Franzens Erfolgsroman "Korrekturen". Es erzählt die Geschichte eines vierzehnjährigen Mädchens, das vergewaltigt und ermordet wurde und nun vom Himmel aus die Geschicke seiner Familie in Suburbia weiterverfolgt. Dabei geht es Alice Sebold, wie Kredel meint, nicht um das Verbrechen und seine Bedeutung, sondern um eine "therapeutische Anleitung zum Trauern", denn natürlich werde am Ende alles gut. "Die Realität ist manchmal schrecklich, aber auch voller Trost", fasst Kredel die eher küchenpsychologische Botschaft des Buches zusammen und legt die Vermutung nahe, dass Sebold damit schlechthin das Buch für ein trauerndes Amerika geschrieben hat, das den Horror erfahren hat und nach Heilung dürstet.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.04.2003

Das Buch stand in Amerika auf den Bestseller-Listen, berichtet Sonja Zekri, und auch hierzulande habe es sich zu einem großen Erfolg gemausert. Und das trotz des grausligen Themas: die vierzehnjährige Titelheldin wurde vergewaltigt, ermordet und zerstückelt und betrachtet nun vom Himmel aus ihre Familie bei der Trauerarbeit. Trotz dieser furchtbaren Geschichte sei Sebolds Buch nicht aufwühlender als eine Scheidung bei Pilcher, befindet Zekri. Sebold, die ihre eigenen Erfahrungen mit Vergewaltigung gemacht hat, gebe sich alle Mühe, das Thema möglichst witzig zu schildern. Gegen Witz hat Zekri eigentlich nichts einzuwenden, aber die penetrante Botschaft des Romans ist ihr suspekt: Sebolds "allumarmendes Generalverständnis" findet sie erdrückend, die Sprache stecke voller religiöser Anspielungen und selbst die Metaphern wirkten wie aus dem Spielzeugladen, moniert die Rezensentin. Sie sieht allerdings keine christliche Propaganda am Werk, sondern eher das Propagieren eines "fast sektenhaften Gemeinschaftserlebnisses" gegeben.

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