Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Alexander Kluge

Die Kunst, Unterschiede zu machen

Cover: Die Kunst, Unterschiede zu machen

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN-10 3518414488
ISBN-13 9783518414484
Gebunden, 120 Seiten, 15,00 EUR

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Klappentext

Meist ohne darüber nachzudenken, unterscheiden Menschen ständig: ob warm, ob kalt, ob sie einen andern riechen können, ob ihnen etwas passt oder nicht. Die Unterschiede machen die Empfindungen von ganz allein, werden aber aus Erfahrungen gespeist, die in der Millionen Jahre alten Evolution des Menschen begründet sind. Das unaufhörlich tätige Unterscheidungsvermögen, das persönliche und gesellschaftliche Verhältnisse unter der Hand bestimmt, bezeichnet Alexander Kluge als seine Domäne. Er hält ein Plädoyer für die massenhafte Produktion von Unterscheidungsvermögen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.06.2003

Andrea Köhler nutzt die eingehende Besprechung des Buches über den "Krieg und die Gefühle", wie sie die Inhalte der kurzen Texte zusammenfasst, zu einer einfühlsamen Charakterisierung des Autors und seiner Werke. Sie hält Kluge für einen "Utopisten", der nicht zuletzt auf die subversive Kraft des "rebellischen Möglichkeitssinns" vertraut. Dabei bediene er sich vor allem des Humors und der Ironie, bemerkt die Rezensentin. Da allerdings die Texte im vorliegenden Buch aus einem aufgezeichneten Gespräch hervorgegangen und vom Autor selbst redigiert worden sind, wie Köhler informiert, finde sich zu ihrem Bedauern so "manche unbeholfene und auch ungenaue" Wendung. Dennoch meint sie, dass es sich bei der Publikation um mehr handele als um eine bloße Überbrückung bis zum nächsten Buch, nämlich um eine "komprimierte Theorie der nüchternen Gefühlsaufklärung".

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003

Joachim Kaiser hat für Alexander Kluges neues Buch die Vorratskammer der Attribute aufgesucht: Witzig, hintergründig, unsentimental, ohne Pathos, originell, gelegentlich unplausibel, zwingend, grotesk und noch einiges mehr findet er diese "liebenswürdig kurze Zugabe" zu Kluges "Chronik der Gefühle". Manche der kurzen Prosastücke sind dort bereits enthalten, die neuen haben Kaiser gezeigt, dass Kluge noch immer "ein glänzender Prosaist" ist, wenn er auch mittlerweile "nachlässiger formuliert". Kluge tue, was sein Schaffen seit vierzig Jahren auszeichne, nämlich in biografischen Texte, Geschichten und Untersuchungen eine "wahrhaft entwaffnende Fülle von Realitäts-Partikeln" - von Stalingrad bis zur Oper - zu seiner eigenen "Prosa-Welt" zu kombinieren. Aufgefallen sind Kaiser die so überraschenden wie herausfordernden Denk-Wendungen in Kluges Texten, oft ist er beeindruckt, manchem will er widersprechen. Dennoch stimmt er G.W. Sebalds Wort vom "klügsten Schriftsteller der deutschen Nachkriegszeit" zu und hat am Ende nur noch eine "pedantische Bitte": Kluge möge doch, "so er weiterhin lustig-listig über Opern nachdenken möchte", musikhistorische Fehler vermeiden.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

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