Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Slavoj Zizek

Der zweite Tod der Oper

Cover: Der zweite Tod der Oper

Kadmos Kulturverlag, Berlin 2003
ISBN-10 3931659453
ISBN-13 9783931659455
Gebunden, 192 Seiten, 16,90 EUR

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2003

Gerhard R. Koch zeigt sich beeindruckt von Slavoj Zizeks assoziativen Fähigkeiten: Eine Parallele zwischen dem Warten von Tristan auf Isolde und "Lola rennt" - darauf muss man erst mal kommen! Aber was so "ein spekulativer Sprungkünstler" ist, der "lichtert" ohne allzu große Besorgnis um wasserdichte Philologie "durch den Wald der Wagnerschen Motiv-Abgründe" und zeigt, worauf man mit Liebe zur Oper und Lust auf Hermeneutik alles so kommen kann - "wie man Kunst, Psychoanalyse und Politik anregend zusammendenken kann". Koch hat sich anstecken lassen, ist Zizeks "waghalsigen Exkursen" gefolgt und denkt gar nicht daran, den zur Ordnung rufenden Zeigefinger zu erheben. Denn "heilsame, erkenntnisfördernde Verwirrung", sei bekanntermaßen ein sokratisches Prinzip und Aufgabe eines jeden Philosophen. Beifall!

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.03.2003

Man darf Slavoj Zizek nicht so ernst nehmen, meint Sebastian Handke unter Anspielung auf einen "Totalverriss" des Analytikers durch Jörg Lau im "Merkur", dann kann man das "Vergnügen an einprägsamen Bildern und überraschenden Kurzschlüssen" genießen, ohne sich über den theoretischen Wust, den Zizek so gern produziert, zu echauffieren. Diesmal wird also Richard Wagners Frauenbild durch die Wortmaschine von Zizeks Lacanismus gedreht - und Handke hat das versprochene Vergnügen zumindest zum Teil empfinden können. Besonders gefallen hat ihm Zizeks Lektüre des "Tristan" als einer Anthologie männlicher Vermeidungsstrategien: "Dreimal führt die Oper vor, wie man das reale Begehren der Frau möglichst fern von sich hält." Weniger wohl war Handke allerdings bei Zizeks "unvorsichtigen" Ausflügen in die Volkspsychologie - ausgerechnet die Besessenheit vom "Ewig-Weiblichen" scheint der Psychoanalytiker da zum Wesenszug der Deutschen zu erklären.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren