Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Tobias Dürr, Franz Walter
Die Heimatlosigkeit der Macht
Wie die Politik in Deutschland ihren Boden verlor
Klappentext
Erstaunlich stabil sind die deutschen Parteien viele Jahre lang gewesen. Diese Stabilität verdanken sie ihren Milieus. Damit ist es vorbei. Die sozialen Ressourcen der Parteien sind versiegt, ihre Grundlagen und ihr gesellschaftlicher Halt verloren. Durch die Auflösung der angestammten Milieus, so zeigen Franz Walter und Tobias Dürr, haben sich die an die Politiker gerichteten Erwartungen erhöht. Schnell, energisch und zielstrebig sollen sie handeln - sonst zappt sich das ungeduldige Publikum zur Konkurrenz. Auf Nachsicht oder gar Treue darf niemand mehr zählen. Die Ansprüche der Wähler und die Möglichkeiten der Politik driften immer weiter auseinander. Viel spricht deshalb dafür, dass sich die Entkopplung von Parteien und Gesellschaft zu einer dramatischen Krise auswächst. Andererseits haben sich die in den modernen Demokratien maßgeblichen Kräfte immer als in hohem Grade lern- und anpassungsfähig erwiesen. Wohin steuert also unser Parteisystem: in die stabilisierende Reform oder in den endgültigen Zusammenbruch?
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.2000
Kersten Knipp hat sich überzeugen lassen von diesem Band, der sich mit bundesrepublikanischer Nachkriegs- und Parteiengeschichte beschäftigt. Zunächst einmal stellt der Rezensent mit den Autoren fest: die Berliner Republik bedient sich einer flotten, Dynamik verheißenden und an der Wirtschaft orientierten Sprache, die nicht hält, was sie verspricht. Ein Paradox, so Knipp, denn ausgerechnet die auf Werte und Beständigkeit setzende Politik der Bonner Jahre hätte einen durchschlagenden Wirtschaftserfolg bedeutet, während die Berliner Republik bei allen flotten Sprüchen nicht aus dem Reformstau herauskommt. Die Politik sei handlungsunfähig geworden, führt der Rezensent die Autoren an. Den bundesdeutschen Parteien - einschließlich PDS - seien scharfsinnige Portraits gewidmet, die ein besonderes Gespür für deutsche Mentalitätsgeschichte bewiesen. Politik kommt nicht ohne Mythen aus, heißt es bei Knipp; wie die aber beschaffen sein müssten, darüber könnten und wollten die Autoren keine Auskunft geben. Stoff zum Nachdenken bietet das Buch Knipp zufolge ausreichend.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2000
"Amüsant" nennt Karl-Rudolf Korte die Lektüre dieses Bandes, ohne genau zu begründen, inwiefern ein Buch über die deutsche Parteienkrise amüsant sein soll. Korte zeichnet die Analyse der Autoren nach, die ein Verschwinden der traditionellen Wählerschaften, vor allem bei CDU und SPD, aber auch bei der FDP und den Grünen konstatieren. Nur CSU und PDS könnten sich auf eine eindeutige Klientel berufen - was eine moderne Politik im übrigen überhaupt nicht ausschließe. Glaubt man Kortes Besprechung, so entwickeln die Autoren auch so etwas wie Strategien, wie die Parteien auf den Verfall ihrer klassischen Milieus reagieren können.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.04.2000
Daniel Haufler zeichnet in seiner Kritik ausführlich den Inhalt des Buches nach, dass die Geschichte der deutschen Parteien zum Teil bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolge, um dann deren Zukunftsaussichten zu analysieren. Die Autoren kommen dabei zu dem Schluß, wie Haufler kommentarlos referiert, dass CSU und PDS am erfolgreichsten dastehen werden, weil sie "unbedrängte Repräsentanten" ihres Milieus sind. Haufler findet das alles "klug und kundig" geschrieben, vermutet aber, dass die "fröhliche Darstellung" einige Historiker erschüttern könnte. Gelegentlich fehlt dem Rezensenten "methodische Trennschärfe", etwa wenn die Autoren "übergangslos" von der Intentionsgeschichte zur Rezeption springen. Auch Vokabeln wie `Sinndepots` oder `teleplebiszitäre Publikumsgesellschaft` kann er nicht viel abgewinnen. Am Ende überwiegt aber das Lob: Das Buch mache den Leser durchaus "schlau", versichert Haufler.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.03.2000
Die unterschwellige "Begeisterung für die originäre Kraft" der beiden Parteien CSU und PDS findet Roderich Reifenrath zwar "gewöhnungsbedürftig", das Buch insgesamt hat aber doch seine Zustimmung gefunden, auch wegen der ansonsten herrschenden "abwägenden Distanz" bei der Analyse von politischen Parteien und ihren inneren Strukturen. Den Beschreibungen, warum den Parteien ihre politische Basis abhanden kam, hat Reifenrath eigentlich nichts hinzuzufügen. Manchmal deutet er aber zwischen den Zeilen deren Verfallsdatum an.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








