Aus dem Amerikanischen übersetzt von Pieke Biermann und Ursula-Maria Mössner. Dorothy Parker war eine der bekanntesten New Yorker Kritikerinnen der zwanziger Jahre und rief auch den berühmten literarischen Zirkel im Hotel Algonquin mit ins Leben. Ihr Witz war legendär, ihr beißender Sarkasmus gefürchtet. D. Parker erzählt von einem schnelllebigen New York, wo die Menschen, alles tun, um mit der rasenden Stadt mitzuhalten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2003
Die Rezensentin Angela Schader hat zwei Sommerlektüren für den Schaukelstuhl parat: Dorothy Parkers "New Yorker Geschichten" und A. L. Kennedys "Hat nichts zu tun mit Liebe". Beide Autorinnen, so die Rezensentin, versuchen "die Untiefen der Liebe und andere Dimensionen weiblicher Erfahrungswelten" auszuloten, und die weibliche Welt erscheint bei beiden recht "eng bemessen". Bei Dorothy Parker sei das allein schon auf die Zeit zurückzuführen, in der ihre Geschichten spielen, nämlich die zwanziger und dreißiger Jahre, in denen weibliche Unabhängigkeit entweder an finanzielle Unterstützung oder materielle Genügsamkeit gebunden war. Und alle sind sie da, schreibt die Rezensentin, alle möglichen nach Unabhängigkeit ringenden Frauen, sei es aus der Oberschicht oder der Unterschicht; sie geraten geradezu zum Chor. Die Lust an der Vielstimmigkeit merkt man auch der Übersetzung von Pieke Biermann und Ursula-Maria Mössner an, lobt Schader und benennt die verschiedenen Stimmen aufs Köstlichste: "die süßliche Affektiertheit einer schon etwas abgehalfterten Bühnengröße, die mit giftiger Selbstgerechtigkeit unterfütterte Anteilnahme einer 'besten Freundin' oder die verzweifelten verbalen Trockenübungen eines Ehepaars, das sich nichts zu sagen hat". Und auch wenn die von Parker beschriebene Zeit vergangen ist, und sich stark vom weiblichen Selbstbewusstsein späterer Generationen unterscheidet, erscheint der Rezensentin "der Glanz dieser scharf geschliffenen kleinen Textjuwelen" auch heute noch ungebrochen.
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