Herausgegeben von Luzius Keller. Aus dem Französischen von Eva Rechel-Mertens, revidiert von Luzius Keller. Mit dem siebten und letzten Band von Prousts großem Romanwerk schließt sich der Kreis: Der Erzähler Marcel findet zu seiner schriftstellerischen Berufung und beginnt endlich mit der Arbeit an seinem Werk. Alle Leitmotive aus den früheren Bänden werden noch einmal aufgegriffen: die Madeleine, das Vinteuil-Stück, Bergottes Schriften, die Malerei Elstirs, die jungen Mädchen, der Charlismus. Anlässlich der Lektüre des Tagebuchs der Brüder Goncourt, das in Wirklichkeit ein Pastiche von Proust selbst ist, befallen den Erzähler erneut Zweifel an seiner Berufung.
Rezensent Andreas Isenschmid überschlägt sich fast vor Begeisterung über diese Proustausgabe. Was "Die wiedergefundene Zeit" selbst betrifft, hält er zum einen Prousts Darstellung des Krieges (gegen den Irak 1915) für derartig sensationell aktuell, dass sie ebenso gut von Don DeLillo oder Ian McEwan hätten stammen können. Noch umwerfender findet er allerdings Proust "finale Einsicht in das Wesen der Kunst" oder sein "letztes Wort zur Sexualität". Und überhaupt erzähle Proust in diesem letzten Band der "Recherche" am tiefsten, am nuanciertesten und am komischsten von der Erinnerung. Aber auch für die Frankfurter Ausgabe findet Isenschmid nur Superlative: Er hält sie schlichtweg für die beste Proust-Ausgabe überhaupt, selbst der Französischen noch überlegen. Denn abgesehen von der unerreicht präzisen Übersetzung, habe der Herausgeber, der Zürcher Romanist Luzius Keller, einen glänzenden Kommentar geschrieben und sogar einige Entzifferungsfehler der französischen Edition korrigiert.
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