In diesem Band werden jene Richtungen der Philosophie behandelt, die gemeinhin unter dem Begriff der Lebens- und Existenzphilosophie zusammengefasst werden. Wie in den bereits erschienenen Bänden der Geschichte der Philosophie versucht auch dieser Band, nicht nur die wichtigsten Gedanken der jeweiligen Philosophen zu referieren, sondern auch auf die von ihnen erörterten Probleme einzugehen und dabei die in der Sekundärliteratur vertretenen Auffassungen zu berücksichtigen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.11.2002
Von der ursprünglich auf zwölf, nun auf vierzehn Bände angelegte Philosophiegeschichte ist nun der achte Band erschienen, der die Philosophie des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts beinhaltet. Als Herzstück dieses Bandes betrachtet Rezensent Willy Hochkeppel das Seinsdenken Martin Heideggers, das seiner Meinung nach von Rainer Thurnher sehr differenziert interpretiert wird. Allerdings kritisiert er auch, Thurnher habe sich nicht an das wichtige editorisches Prinzip der kritischen Auseinandersetzung mit dem Gegenstand gehalten. Er sieht jedoch auch einen Vorzug der wertfreien Darstellung. Davon "profitieren seine einfühlsamen Nachzeichnungen von Jaspers Existenzphilosophie und der aufs 'Existentielle', Unverkopfte drängenden religiös-philosophischen Schriften Kierkegaards", findet er. Als Pointe des Bandes betrachtet Hochkeppel die Erkenntnis, dass "für Lebens-, Existenz- und Seinsphilosophie generell das Paradoxon gilt, das Unsagbare sagen, mit angestrengter rationaler Sensibilität das Irrationale ausdrücken zu wollen". Hochkeppel hofft, das die noch ausstehenden Bände dieser seiner Meinung nach hervorragenden Philosophiegeschichte nicht allzu lange auf sich warten lassen.
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