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Jacob Burckhardt
Griechische Culturgeschichte I: Die Griechen und ihr Mythus. Die Polis
Werke. Kritische Gesamtausgabe. Band 19
Klappentext
Herausgegeben von der Jacob Burckhardt -Stiftung, Basel. Jacob Burckhardts "Griechische Culturgeschichte" gehört zu den bedeutenden, bis heute nachwirkenden historischen Gesamtdarstellungen des 19. Jahrhunderts. Burckhardt setzte mit diesem Werk einer an Ereignissen und Fakten orientierten Geschichtsschreibung eine systematische Darstellung der griechischen Kultur entgegen, die das Spannungsverhältnis von Staat, Religion und Kunst thematisiert. Seine - bei aller Anerkennung ihrer geistigen und künstlerischen Leistungen - skeptische Haltung den Griechen gegenüber bildet einen Kontrast zu den noch bis weit ins 20. Jahrhundert verbreiteten Idealisierungen des Griechentums. Burckhardts Neffe Jacob Oeri hat das Werk - teilweise aufgrund einer ausgearbeiteten Fassung, teilweise aufgrund eines Vorlesungsmanuskripts - zwischen 1898 und 1902 in vier Bänden ediert und dabei den Textbestand stark verändert. Diese kritische Edition folgt erstmals ausschließlich Burckhardts Manuskript. Sie dokumentiert und übersetzt seine Quellen und erläutert zahlreiche Sachbegriffe. Jeder Band wird durch ein Namen-, Stellen- und Sachregister erschlossen.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Jacob Burckhardts Werke - eine Leseprobe bei C.H. Beck
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002
Als "ungemein gründliches Unternehmen" würdigt Rezensent Jürgen Busche die kritische Gesamtausgabe der Werke Jacob Burckhardts, von denen nun der Band 19 "Griechische Culturgeschichte" vorliegt. Wie Busche ausführt, hatte Burckhardt ursprünglich gezögert, seine unter diesem Titel gehaltenen Vorlesungen, die er teilweise schon für eine Buchausgabe umgearbeitet hatte, für den Druck herauszugeben. Mit vorliegender Edition lässt sich dies leicht nachvollziehen. Busche hebt hervor, dass Burckhardt in vorliegendem Band durch "neuerliche katastrophenschwangere Analysen des deutschen Bildungssystems" glänze, die sich durch bemerkenswerte Weitsicht auszeichnen. Der "verdiente Ruhm" von Burckhardts klassischem Werk enthebt nach Ansicht Busches den Leser indes nicht der Verpflichtung, bei seiner Lektüre die Frage zu stellen, "ob denn historisch richtig ist, was da in einnehmenden Gestus vorgetragen wird." Schließlich hält der Rezensent Burckhardts Deutung der griechischen Polis heute für nicht mehr haltbar.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.11.2002
Jacob Burckhardt war ein zögerlicher Mensch, behauptet Hanno Helbling, der sich mit der Publikation seiner Schriften schwer getan und es auch seinen Nachlassverwaltern nicht einfach gemacht habe. Helbling meint jedoch Burckhardts Beweggründe für diese abwartende Haltung zu verstehen: Burckhardt sei nach eigenem Bekunden nicht auf dem Stand der damaligen aktuellen Forschung gewesen, die ihn offensichtlich auch nicht besonders interessiert habe, weil er nämlich eigene Wege beziehungsweise Forschungsmethoden verfolgte und damit seiner Zeit voraus war. Im Grunde habe Burckhardt bereits damals, vor allem im Ersten Band der "Griechischen Culturgeschichte", kommt Helbling zu dem Schluss, Mentalitätsgeschichte geschrieben, so wie 50 Jahre später Fernand Braudel mit seinem Werk über die klassische Mittelmeerwelt. Dieser neuen kritischen Edition ist nun zu danken, freut sich der Rezensent, dass Burckhardts Texte, die teilweise von ihm selbst, teilweise von Jacob Oeri überarbeitet wurden, in ihren Entstehungsschichten freigelegt und sichtbar geworden sind. "Eine unschätzbare Arbeit", schreibt Helbling in Voraussicht auch auf die noch ausstehenden Bände II, IV und V.
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