Seit 1999 ist die Wissenschaftsfreiheit in der Schweiz ausdrücklich in der Verfassung verankert. Die Reichweite des neuen Verfassungsartikels ist aber noch kaum geklärt. Im Übrigen steht die Aufwertung der "Freiheit von Forschung und Lehre" zum Grundrecht auch im Kontrast zu gegenläufigen Prozessen: Die Wissenschaftsfreiheit hat ja in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Einschränkungen erfahren. In dieser ersten Monografie zum Thema zeichnet Verena Schwander die Entwicklung der Wissenschaftsfreiheit in der Schweiz zum selbständigen Grundrecht nach, sie umschreibt dessen Inhalte und Konturen und definiert den Schutzbereich des Verfassungsartikels. Schwander zeigt, welche Wirkungen die Wissenschaftsfreiheit hat und unter welchen Bedingungen sie eingeschränkt werden kann.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.11.2002
Lange Zeit hat die Freiheit der Wissenschaft in der Schweiz ein Schattendasein gefristet - bis zu einer Verfassungsrevision im Jahr 1999, erzählt der Rezensent mit dem Kürzel "hof". Entsprechend der unklaren Rechtslage habe es auch viele Jahre keine passende juristische Lektüre gegeben. Das hat sich nun, freut sich der Rezensent, mit der Dissertationsschrift von Verena Schwander grundlegend geändert. Denn diese "sorgfältig und umsichtig ausgearbeitete" Schrift, so "hof", schließt eine wichtige Lücke und ist zudem von einer Praktikerin verfasst. Schwander, informiert der Rezensent, arbeitet beim Bundesamt für Gesundheit und trägt dort die Verantwortung für das Gesetzesprojekt "Forschung am Menschen". Darüber erfährt man allerdings, so der etwas enttäuschte Rezensent, in diesem Buch relativ wenig.
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