Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Wladimir Kaminer
Die Reise nach Trulala
Klappentext
Paris - die Stadt der Liebe und des Eiffelturms, der verwinkelten Gassen und überfüllten Touristenbusse. Hier darf Onkel Boris, ein echter sowjetischer Held der Arbeit, Urlaub machen. Dass sich die vermeintliche französische Metropole zu Beginn des Herbstes in ein nebelverhangenes London verwandelt und in Wahrheit eine Kulisse in der südrussischen Steppe ist, werden die Besucher nie erfahren. Auf der Krim dagegen ist alles echt, selbst die angesengten Stiefel des im Krieg über der Halbinsel abgeschossenen Joseph Beuys ...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.07.2003
Jörg Plath scheint langsam genug zu haben vom "beständig stilvergnügtem Schmunzeln" des "berufsjugendlichen Russenschelms" Wladimir Kaminer. Durch den schlichten, mündlichen Tonfall entschärfe der Autor den zuweilen "abgründigen" Witz seiner Geschichten, bemängelt Plath. Andererseits findet er es auch wieder bewundernswert, dass Kaminer immer noch genügend Stoff hat, um "zahllose Scherze, Anekdoten, Kalauer und Pointen" aneinander zu reihen. Hierzu gibt Plath allerdings zu bedenken, dass Kaminer in seiner Lebensschau nun schon in den ersten Jahren nach der Wende angekommen sei. Ganz angetan erzählt er einige absurde Episoden nach, wie zum Beispiel die Sprachwerdung des kleinen Kaminers: Er schleuderte einem Exhibitionisten "Hau ab!" entgegen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2002
Martin Halter ist von den Erzählungen des bisher von ihm hochgeschätzten Kaminer nicht besonders überzeugt. Denn was er sonst an dem in Deutschland lebenden russischen Autor so schätzt, seinen fremden Blick auf das uns Vertraute, seine "unprätentiöse" Lakonie, laufen laut Halter in diesem Buch Gefahr, "zur Manier" zu werden. Das liegt seiner Ansicht nach vor allem daran, dass Kaminer in den Geschichten, die in Paris, Kopenhagen, Moskau und New York spielen, erstmals auch auf "Angelesenes" und auf "Hörensagen" zurückgreift. Er meint, der Autor habe seine "Unschuld verloren" und müsse aufpassen, dass seine Texte nicht lediglich auf "multikulturelle Folklore" zurückschrumpften. Das fände Halter um so bedauerlicher, als dass er eigentlich meint, Kaminer sei reinster "Kult" und ihn in seinen früheren Büchern als "begabten Erzähler" und zudem "pfiffigen Satiriker" kennengelernt zu haben.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.11.2002
Ganz beeindruckt zeigt sich Dieter Hildebrandt vom Erfolg des jungen russischen "Tausendsassa", der in diesem Buch wiederum mit der "Sanftheit seiner Satire" verblüfft. Die hier erzählten Geschichten, in denen, wie Hildebrandt schreibt, Kaminer sich als "Subversiv-Ironiker" zeigt, führen von einem zunächst harmlosen Ausgangspunkt mehr und mehr in die "Groteske". Das Geheimnis ist, meint Hildebrandt, dass der Autor nicht zwanghaft witzig oder gar höhnisch ist, er wundert sich nur. So spielen alle Vorkommnisse, von denen er berichtet, "zwischen Normalfall und Spinnerei", bewegen sich zwischen "Banalität" und "Bluff". Und darin entdeckt Hildebrandt eine Schreibbewegung ins russische 19. Jahrhundert hinein, nämlich hin zu Iwan Gontscharow: "Oblomows Sofa steht bereit, wenn wir Kaminer lesen", findet Dieter Hildebrandt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.11.2002
Zugegeben, das Buch sei "unstrukturiert" und "ohne Spannungsaufbau", meint Kai Martin Wiegandt, aber ihn sört das überhaupt nicht. Er schluckt "eine Anekdote nach der anderen, ohne so etwas wie satt zu werden" und erklärt, warum auch leichte Kost ganz lecker ist: "Bonbons sind billig, süß und klebrig, wenn man sie zu lang in der Hand hält. Aber wer würde ernsthaft etwas gegen Bonbons haben.?" Kaminer hat Russendisko und Russenkult in Berlin populär gemacht und sein neues Buch sei nichts anderes als eine Fortsetzung dieser Kults. Aus autobiografischer Sicht der Flüchtigen erzählt Kaminer skurrile Geschichten und Anekdoten vom Herumschlagen mit den Behörden, Gefühlschwankungen und von Russen, die in den Pariser Brunnen nach Münzen tauchen. Kaminers Buch, so der Rezensent, habe "Qualitätsschwankungen" und schweife gerne ab, aber durch Kaminers "hübsche, plaudernde Art" werde es nie langweilig.
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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







