Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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Klappentext
Zuckerbrot und Maggisuppe sind die feinsten Sachen, die sich Jutta vorstellen kann. Im Sommer radelt sie mit ihrer Mutter in die Felder, um Fallobst zu sammeln und sie schämt sich, wenn sie in der Schule Hilfspakete aus Holland oder den USA erhält. Wenn sie mit dem Nachbarjungen auf dem Dachboden spielt, hofft sie, dass die Eltern sie nicht entdecken ... Dagmar Chidolue erzählt mit vielen autobiografischen Details vom Kindsein im Westdeutschland der 50er Jahre - von einer Zeit, in der die Babys noch vom lieben Gott kamen, Kinder mit Zuckerbrot belohnt wurden und ein Hühnchen ein Festessen war.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.11.2002
Ein Flüchtlingskind erzählt von der unmittelbaren Nachkriegszeit - vom Hunger, vom sozialen Ausschluss, von Kriegerwitwen und Kriegsgewinnlern, von Brotsuppe und Pferdegulasch. Dagmar Chidolue - die von ihrer eigenen Kindheit erzählt, wie Sybil Gräfin Schönfeldt weiß -berichtet aus der Warte einer Achtjährigen, scharfen Blicks und wachen Sinnes, was bei den Lesern den Eindruck einer gewissen Altklugheit hinterlässt, meint Schönfeldt. Vorbehalte dieser Art würden aber durch die detaillierte und schmackhafte Schilderung des Alltags damals wettgemacht (Brotsuppe schmeckte lila, berichtet die Rezensentin). Die Distanz, mit der das Kind seine Beobachtungen weitergibt, entspricht für Schönfeldt im übrigen auch einer merkwürdigen Trauer, wie das Kopfschütteln eines Kindes, das seine Umwelt nicht versteht und deswegen selbst auch nie verstanden wird. In dieser Form habe sie die Nachkriegszeit noch nie geschildert bekommen, lobt Schönfeldt.
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Archiv: Bücherschauen
Ästhetik des Ungekämmten
02.09.2010: Die FAZ liest tief beeindruckt Erwin Mortiers Roman "Götterschlaf", der die Geschichte einer Frau in Zeiten des Ersten Weltkriegs erzählt. Die Zeit feiert Steven Uhlys Romandebüt "Mein Leben in Aspik" als irrwitzigen Barock-Poetry-Slam und verteidigt Martin Mosebach und seinen Roman "Was davor geschah" gegen seine Kritiker: Mit formloser Kunst ist dem formlosen Leben nicht beizukommen. Die SZ erfährt in Barbara Ehrenreichs "Smile or Die" die beglückende Wirkung des negativen Denkens. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Hannah Arendt, Gershom Scholem: Der Briefwechsel
30.08.2010: Von 1939 bis 1964 führten Hannah Arendt und Gershom Scholem einen intensiven Briefwechsel, in dem sie sich über jüdische Geschichte und jüdisches Selbstverständnis auseinandersetzten. Lesen Sie hier Auszüge aus der Korrespondenz, in denen es um Walter Benjamins Tod und Hannah Arendts Bericht "Eichmann in Jerusalem" geht. Mehr lesen
Elisabeth Badinter: Der Konflikt
23.08.2010: Frauen sollten wieder zurück zu Heim und Herd. Diesmal nicht, um den Mann zu umsorgen, sondern das Kind. Unter dem Banner der Natürlichkeit werden die Ansprüche an die gute Mutter so in die Höhe geschraubt, dass Frauen ihre Freiheiten wieder zu verlieren drohen, fürchtet Elisabeth Badinter. Lesen Sie hier einen Auszug aus ihrem neuen Buch "Der Konflikt".
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Maria Sonia Cristoff: Patagonische Gespenster
19.08.2010: Die argentinische Journalistin Maria Sonia Cristoff bereist Patagonien und berichtet von den Menschen, die es dorthin verschlagen hat, in diese gottverlassenen Landschaften am anderen Ende der Welt. Lesen Sie hier einen Auszug aus: "Patagonische Gespenster". Mehr lesen





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