Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Gerd Bergfleth.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.12.2002
Mit der fortschreitenden Ausgabe von Bataille- Schriften lassen sich nach Ansicht von Rezensent Hans-Peter Kunisch bei Bataille auch Denkmuster feststellen, die dem Bild des ekstasetrunkenen de-Sade-Nachfolgers und Nietzsche-Adepten, das Bataille in Deutschland anhänge, widersprechen. Mit Herausgabe des zweiten Bands der "Atheologischen Summe", Einzeltitel "Die Freundschaft", ist ein weiterer Schritt in diese Richtung getan, erklärt Kunisch. Bei den hier versammelten Texten handle es sich, mehr noch als sonst in Batailles Universum, um gedanklich dichte, aber auch persönliche Aufzeichnungen mit großer Nähe zur Tagebuchform. Nachdem Kunisch einiges über Batailles Aufzeichnungen über Gewalt und Krieg, sowie seine Auseinandersetzung mit Hegel berichtet hat, erklärt er Batailles Freundschaftskonzept. Er stellt heraus, dass der "ungefährlichste aller diskutierten Begriffe", der Freundschaftsbegriff, für Bataille zum "Komplizierten" werde. Freundschaft bedeute für Bataille tiefe Kommunikation, Öffnung auch für Unangenehmes; nicht nur beim anderen, referiert Kunisch. Nur der sei zur Freundschaft fähig, der "sich vor sich selbst entblößt", der seine kleine "Partikularität" aufgeben könne.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.12.2002
Georges Bataille, dieser "widerspenstige" Denker und Schriftsteller, hat es Zeit seines Lebens darauf angelegt, sich in seinem Schreiben zu "entblößen", weiß Uwe Justus Wenzel. Das werde nicht nur im "obszönen", sondern auch im philosophischen Werk des Autors deutlich. Der zweite Band der "Atheologischen Summe" der philosophischen Betrachtungen Batailles liegt nun, freut sich der Rezensent, in einer "zuverlässigen" deutschen Übersetzung vor. Die Themen seien die gleichen wie im ersten Band: Erotik, Tod, Freundschaft, Unschuld, Mystik, Ekstase, Einsamkeit und Schweigen, zählt der Rezensent nur einige auf. Und wieder einmal werde neben dem beeindruckenden intellektuellen Gehalt dieser Schriften deutlich, dass das Denken Batailles auf den "Sturz" aus sei, ein Sturz, der von Metaphysik und Religion nicht aufzuhalten sei. Schließlich, sinniert Wenzel, setze Bataille aufs Spiel, in der er auch verbleiben wolle.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2002
Es handelt sich bei Batailles Philosophie, so der Rezensent Christian Geyer, um einen Gegenentwurf zur Ordnung der Gesellschaft. Dem "Diskurs" und der "Institution" stellt er schroff eine Ökonomie der Übertretung gegenüber, die er - in diesem Band nun - zur Handlungskunst entwickelt. Freundschaft ist ihm wichtig als möglicher Schauplatz der Übertretung - und natürlich geht es dabei um Freundschaft mit der Implikation des "erotischen Exzesses". Seltsam kippt, wie Geyer beobachtet, die Feier der Ekstase dabei immer wieder in ihr vermeintliches Gegenteil, wandelt die Verletzung des Tabus ihre Gestalt und erweist sich als "entsagungsreicher Kreuzweg". Überhaupt gelingt es Geyer, Schritt für Schritt, Bataille zur negativen Entsprechungsfigur des Denkens christlicher Theologie, insbesondere der Mystik, zu deuten. So schließt diese Auseinandersetzung mit der, wie jedenfalls der Rezensent findet: "ironischen" Volte mit und gegen Bataille, "dass im Dogma natürlich nicht weniger Erkenntniskritik liegt als im Rausch".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Bücher von Lesern empfohlen
Manfred Bogisch: Die LDPD und das Ende der DDR
Manfred Bogisch, langjähriger Mitarbeiter des LDPD-Vorsitzenden Manfred Gerlach und des LDPD-Vorsitzenden ...
Juan Jose Millas: Meine Straße war die Welt
Aus dem Spanischen von Peter Schwaar. In "Als die Welt Kind war" erzählt Juan Jose Millas von dem ...
Archiv: Bücherschauen
Doppeltes Glück
17.03.2010: Die FAZ lernt mit Bernd Lichtenbergs Familienroman "Kolonie der Nomaden", die Angst vor dem kommenden Schrecken zu fürchten. Sehr unheimlich findet die NZZ auch Paulus Hochgatterers Roman "Das Matratzenhaus. Die SZ kann Justine Levys Roman "Schlechte Tochter" allen Frauen mit schwierigen Müttern empfehlen. Die FR liest Essays von Orhan Pamuk. Die heutige Literaturbeilage der FAZ werten wir in den nächsten Tagen. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Francois Walter: Katastrophen
15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen
Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst
11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen
Necla Kelek: Himmelsreise
08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen


Folgen Sie uns auf Twitter


