Bücherschau der Woche
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Klappentext
Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt. Wer fordert einen toten Mann zum Tango auf? Mankells neuer Kommissar Stefan Lindman, 37, steht vor einem Rätsel: Sein ehemaliger Kollege Herbert Molin ist ermordet worden, und am Tatort werden blutige Fußspuren gefunden, die wie Tangoschritte aussehen. Gibt es einen Zusammenhang mit Molins Vergangenheit als SS-Mann?
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.01.2003
Ein bisschen trauert Maike Albath noch um den Kommissar Wallander, der im neuen Kriminalroman Mankells durch den jungen Polizisten Stefan Lindman ersetzt wurde. Trotzdem hat dieses Buch alles, was einen guten Mankell ausmacht, schwärmt die Rezensentin, auch wenn sich der schwedische Autor eines "traditionellen Schemas" bediene. Der Autor fährt "alles auf", was es an "unbewältigter Vergangenheit" im 20. Jahrhundert gibt, meint die Rezensentin, die trotzdem befriedigt feststellt, dass der Krimi wegen seines "stimmigen" Aufbaus nicht "aus dem Ruder läuft". Albath hat sowohl bewährte Zutaten wie Perspektivwechsel und "Cliffhanger" gefunden, als auch das von ihr bei Mankell so geschätzte "hohe Niveau" der "Verbrechensästhetik", was bedeutet, dass der Zustand der Leiche in allen Einzelheiten ausgebreitet wird. Die Spannung wird auch für "gewitzte Krimileser" durch das Auftauchen eins zweiten Mörders und durch "falsche Fährten", die der Autor auslegt, bis zum Schluss aufrechterhalten, lobt die Rezensentin. Und wenn die neue Hauptfigur Mankells vielleicht auch noch nicht das "Format" seines Vorgängers Wallander hat, so stehen die Chancen gut, dass er sich dahin entwickelt, so die Rezensentin optimistisch.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.12.2002
Dirk Knipphals ist ein eifriger Leser des schwedischen Autors, und so richtig böse ist er deshalb auch nicht, dass diese "schwedische Erfolgsmaschine" Bücher verkauft wie "heruntergesetzte Taschentücher". Anerkennend muss der Rezensent "konstatieren, dass Mankell die Erweiterung seiner Produktpalette eindrucksvoll zu gelingen scheint". Im neuen Roman heißt der Kommissar Stefan Lindmann. Das "typische Mankells liege in der dramaturgischen Konzeption", erklärt der Rezensent, die Befindlichkeiten der Hauptfigur würden mit dem Zustand der Welt verkoppelt. Bei Wallander sei das Bindeglied die Depression. Bei Lindmann ist es ähnlich, allerdings noch "vordergründiger". Der Kommissar hat Krebs und bekämpft den "gesellschaftlichen Krebs des schwedischen Neofaschismus". Der Rest sei Mankell-Routine: Näheprobleme, getriebene Männer und die Entdeckung der eigenen Psyche.
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