Das Wechselspiel von Führung und Konkurrenz kennzeichnet strategische Optionen in demokratischen Ordnungen. Das Wahljahr 2002 wird einmal mehr eindrucksvoll deutlich machen, dass Demokratie ohne Wettbewerb und Führung, ohne Machtgewinn und Machtverlust nicht existieren kann. Peter März portraitiert und analysiert die jeweilige Nummer Eins in der deutschen Politik - die Kanzler von Bismarck bis Schröder - und die Faszination, die dieses Amt ausstrahlt. Er beschreibt die Kanzlerschaften und die Wettbewerber, die Kanzlerkandidaten. Im Blick auf die unbestreitbare Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik zeigt sich, dass ihre Kanzler in aller Regel politisch erfahrene Akteure waren, die sich auf eine starke parteipolitische Hausmacht stützen konnten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.10.2002
Das Buch von Peter März biete dem Leser einen "nuancierten" Überblick über die "Kanzlerdemokratie" der Bundesrepublik Deutschland, lobt Eckhard Jesse. Hier könne man sich eingehend darüber informieren, warum die ersten Kanzler im Kaiserreich und in der Weimarer Republik so wenig zu sagen hatten, während sie in der Bundesrepublik durchweg in recht stabilen Positionen agierten, meint der Rezensent und vergisst auch nicht zu erwähnen, welcher Kanzler bei März gute und welcher schlechte Noten erhalten hat. So kommen Adenauer, Brandt, Schmidt und Kohl ganz gut weg, während Erhard und Kiesinger eher schlecht abschneiden und über Schröder ein ambivalentes Urteil gefällt wird, berichtet Jesse, der gegen diese Einschätzungen des Autors keinen Widerspruch einlegt.
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