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zuletzt aktualisiert 09.02.2010, 16.23 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Reinhard Haller

Die Seele des Verbrechers

Motive, Impulse, Lebensbilder

Cover: Die Seele des Verbrechers

NP-Buchverlag, St. Pölten 2002
ISBN-10 3853261515
ISBN-13 9783853261514
Gebunden, 320 Seiten, 23,90 EUR

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Klappentext

Unter den zahlreichen Motiven, die den Verbrechen zugrunde liegen, stellen psychische Störungen eine besondere Gruppe dar. Jedes Verbrechen hat seinen eigenen psychologischen Hintergrund, der sich nicht nur aus der "Sprache des Verbrechens", sondern auch aus der individuellen Persönlichkeit des Täters ergibt: Welche Motive beherrschen einen Sexualdelinquenten? Welchen Impulsen folgt ein pathologischer Brandstifter? Was treibt einen Serienmörder? Gibt es den "geborenen Verbrecher" oder sind psychodynamische, lebensgeschichtliche und soziale Einflüsse entscheidend? All diesen Fragen wird am Beispiel großer Kriminalfälle aus aller Welt nachgegangen. Es werden zahlreiche Lebensläufe und deren schicksalhaftes Einmünden in kriminelles Verhalten nachgezeichnet und die individuelle Persönlichkeitsstruktur zahlreicher Verbrecher beschrieben.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2002

Reinhard Hallers Psychologie des Verbrechens hat Rezensent Gerd Roellecke recht beeindruckt. Der Gerichtspsychiater und Chefarzt an einem Behandlungszentrum für Suchtkranke versteht es nach Einschätzung Roelleckes, seine Fälle gut zu erzählen. Und zwar mit so viel Nähe, dass man den Sog des Verwerflichen spüre, und zugleich mit soviel Distanz, dass man sich nicht schuldig zu fühlen brauche. Wie Roellecke ausführt, verrätselt der Autor die vorgetragenen Fälle zunächst nach dem Muster: "Tat und Täter sind bekannt, offen ist nur noch, wie der Täter die Tat begehen konnte." Das erkläre dann der Psychiater. Verhaltensweisen wie Pyromanie, Kleptomanie, Amoklauf werden mit charakteristischen Persönlichkeitsmerkmalen verbunden, so dass die Tat wie eine Konsequenz der Persönlichkeitsentwicklung erscheint, berichtet der Rezensent. Eine solche Betrachtung führt nach Ansicht Roelleckes dazu, dass der Leser die Taten zu verstehen meint und weniger hart urteilt. Dieser Tendenz trete Haller indes mit einem eindrucksvollen Abschnitt über die Opfer entgegen. Als "Glanzlicht" lobt Roellecke insbesondere den Fall des österreichischen Briefbombenlegers Franz Fuchs.

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