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Klappentext
Aus dem indischen Englisch von Giovanni uund Ditte Bandini. Krishnas Schatten erzählt die Geschichte des Maharaj-Kumar, dem Kronprinzen dieses nordindischen Königreiches zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Im Zentrum stehen das Leben des Prinzen und seine schamlose Liebe zu seiner Frau Mirabai, die sich einem anderen versprochen hat. Dieser Liebhaber ist der leichtfertige und betrügerische Gott Krishna, der manchmal auch als politisches Alter Ego des Maharaj-Kumar aufblitzt. Die Geschichte nimmt den Leser auf, unabhängig von Vorwissen und Orientierungsmöglichkeit. Sie zieht ihn hinein in die mittelalterliche Rajputenwelt und lässt ihn staunend teilnehmen - man versteht, weil man miterlebt.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.12.2002
Die Rezensentin Gabriele Vensky fällt mit der Tür ins Haus: "Um es gleich zu sagen: Dies ist ein faszinierendes, ein brillantes Buch, ein gewaltiges Epos, das den Leser verschlingt, und der verschlingt die 704 Seiten, als ob es nichts wäre." Danach macht sich Vensky ans Erzählen der Geschichte, in dem ihr Lesevergnügen spürbar mitschwingt: Am Hofe von Chittor findet die Hochzeit des Kronprinzen mit einer "wunderschönen Prinzessin" statt - doch schon in der Hochzeitsnacht verweigert sie sich ihrem Ehemann und behauptet, sie sei schon "vergeben". Der entdeckt, dass es sich bei seinem Rivalen um den Gott Krishna handelt, und so entspinnt sich eine ungewöhnliche Dreiecksgeschichte, ein "Drama der Melancholie und Hoffnungslosigkeit". Dieser Roman, erklärt die Rezensentin, der in "zwei Erzählsträngen" einerseits ein Historienbild entwirft und andererseits in der Ich-Perspektive des Kronprinzen die Dreiecksbeziehung schildert, "ist eine Mischung aus Realität und Fiktion", denn die Prinzessin ist "Indiens berühmteste Dichterin Mirabai", deren "Verse des Wahnsinns und der wahnsinnigen Liebe" auch heute noch "in aller Munde" sind. Nagarkar, so die Rezensentin weiter, sei für diesen Roman mit dem "höchsten indischen Literaturpreis" geehrt worden. "Zu recht", befindet sie, denn Nagarkar ist ein "hoch begabter Fabulierer und Stilist".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.11.2002
Ilija Trojanow ist hingerissen von diesem historischen Roman, von dem er hofft, dass er endlich auch im deutschsprachigen Raum zum lang verdienten Durchbruch des indischen Autors führt. Als das Verdienst des Autors sieht der Rezensent zunächst einmal, dass er den in Indien wohlbekannten Mythos von der Liebe der Dichterin Mirabai zum Gott Krishna, die deshalb ihren Ehemann, den Prinzen von Chittor vernachlässigt, um die detaillierte Darstellung des "gehörnten Ehemannes" ergänzt. Der wird nämlich in der indischen Mythologie beharrlich totgeschwiegen, weiß der Rezensent, der ein bisschen Sorge hat, dass der "provokante Aspekt", der in dieser "apokryphen Neufassung" der indischen Heiligengeschichte liegt, dem hiesigen Leser entgehen wird. Allerdings zerstreut Trojanow die eventuelle Befürchtung, man könne mit einer "Überdosis Esoterik" konfrontiert werden. Vielmehr wird hier mit "atemberaubendem Einfallsreichtum" und kenntnisreich die Machtsituation am Hof in Rajasthan zu Beginn des 16. Jahrhunderts dargestellt, preist der Rezensent, der besonders beeindruckend findet, wie "leichtfüßig" Nagarkar indische Geschichte und ihre "ernsten Themen" für die Leser aufbereitet. Gern würde er noch ausgiebig von diesem "wunderschönen Schmöker" schwärmen, über die "frische, zeitgenössische Sprache" und die virtuose Inszenierung der verschiedenen Motive, doch sieht er sich aus Platzgründen gezwungen, seinen überschwänglichen Lobgesang auf diesen Roman abzubrechen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2002
Rezensentin Renate Schostack ist von diesem "ehrgeizigen Roman" mit zwiespältigen Gefühlen entlassen worden. Zwar hat die detailfreudige Farbenpracht des "postmodernen Geschichtsmärchens" sie an die Miniaturen der Mogulhandschriften denken lassen. Der für das Buch mit einem der höchsten indischen Literaturpreise ausgezeichnete Autor entfessele ein "von Liebe und Gewalt grundiertes erzählerisches Spektakel". Dessen Bogen spannt sich, wie man einer kurzen Plotskizze entnehmen kann, von einem heutigen Helden samt sexueller Eskapaden, aufgeschlitzten Gurgeln und abgehackten Köpfen, Interesse für zeitgenössische Stadtplanung und Methoden des Guerillakrieges bis in die mythische Welt der indischen Götter. Die Schilderung des Helden, dem ebenso widersprüchlichen wie windigen Kronzprinzen des "kriegerischen Rajputenstaates Mewar" geriet allerdings für Schostacks Geschmack etwas zu dominant. Auch, weil alle anderen Personen dagegen etwas blass wirken. Ihr Haupteinwand aber gilt der Sprache des Romans. Wie ein Pfau prunke der englisch schreibende Autor mit seiner Kenntnis umgangssprachlicher, jargonhafter Redensarten, wie sie auf den Internatsschulen der britischen Upper-Class üblich seien, ohne zu merken, dass er häufig Klischee an Klischee reihe. Die übermäßige Verwendungen dieser Plattitüden gäben dem Roman einen schulknabenhaften Anstrich, schreibt die Rezensentin. Die Übersetzung allerdings wird mit der Wertung "blendend" versehen.
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