Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Kiran Nagarkar

Krishnas Schatten

Roman

Cover: Krishnas Schatten

A1 Verlag, München 2002
ISBN-10 3927743631
ISBN-13 9783927743632
Gebunden, 703 Seiten, 28,80 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem indischen Englisch von Giovanni uund Ditte Bandini. Krishnas Schatten erzählt die Geschichte des Maharaj-Kumar, dem Kronprinzen dieses nordindischen Königreiches zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Im Zentrum stehen das Leben des Prinzen und seine schamlose Liebe zu seiner Frau Mirabai, die sich einem anderen versprochen hat. Dieser Liebhaber ist der leichtfertige und betrügerische Gott Krishna, der manchmal auch als politisches Alter Ego des Maharaj-Kumar aufblitzt. Die Geschichte nimmt den Leser auf, unabhängig von Vorwissen und Orientierungsmöglichkeit. Sie zieht ihn hinein in die mittelalterliche Rajputenwelt und lässt ihn staunend teilnehmen - man versteht, weil man miterlebt.

Leseprobe beim Perlentaucher

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.12.2002

Die Rezensentin Gabriele Vensky fällt mit der Tür ins Haus: "Um es gleich zu sagen: Dies ist ein faszinierendes, ein brillantes Buch, ein gewaltiges Epos, das den Leser verschlingt, und der verschlingt die 704 Seiten, als ob es nichts wäre." Danach macht sich Vensky ans Erzählen der Geschichte, in dem ihr Lesevergnügen spürbar mitschwingt: Am Hofe von Chittor findet die Hochzeit des Kronprinzen mit einer "wunderschönen Prinzessin" statt - doch schon in der Hochzeitsnacht verweigert sie sich ihrem Ehemann und behauptet, sie sei schon "vergeben". Der entdeckt, dass es sich bei seinem Rivalen um den Gott Krishna handelt, und so entspinnt sich eine ungewöhnliche Dreiecksgeschichte, ein "Drama der Melancholie und Hoffnungslosigkeit". Dieser Roman, erklärt die Rezensentin, der in "zwei Erzählsträngen" einerseits ein Historienbild entwirft und andererseits in der Ich-Perspektive des Kronprinzen die Dreiecksbeziehung schildert, "ist eine Mischung aus Realität und Fiktion", denn die Prinzessin ist "Indiens berühmteste Dichterin Mirabai", deren "Verse des Wahnsinns und der wahnsinnigen Liebe" auch heute noch "in aller Munde" sind. Nagarkar, so die Rezensentin weiter, sei für diesen Roman mit dem "höchsten indischen Literaturpreis" geehrt worden. "Zu recht", befindet sie, denn Nagarkar ist ein "hoch begabter Fabulierer und Stilist".

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.11.2002

Ilija Trojanow ist hingerissen von diesem historischen Roman, von dem er hofft, dass er endlich auch im deutschsprachigen Raum zum lang verdienten Durchbruch des indischen Autors führt. Als das Verdienst des Autors sieht der Rezensent zunächst einmal, dass er den in Indien wohlbekannten Mythos von der Liebe der Dichterin Mirabai zum Gott Krishna, die deshalb ihren Ehemann, den Prinzen von Chittor vernachlässigt, um die detaillierte Darstellung des "gehörnten Ehemannes" ergänzt. Der wird nämlich in der indischen Mythologie beharrlich totgeschwiegen, weiß der Rezensent, der ein bisschen Sorge hat, dass der "provokante Aspekt", der in dieser "apokryphen Neufassung" der indischen Heiligengeschichte liegt, dem hiesigen Leser entgehen wird. Allerdings zerstreut Trojanow die eventuelle Befürchtung, man könne mit einer "Überdosis Esoterik" konfrontiert werden. Vielmehr wird hier mit "atemberaubendem Einfallsreichtum" und kenntnisreich die Machtsituation am Hof in Rajasthan zu Beginn des 16. Jahrhunderts dargestellt, preist der Rezensent, der besonders beeindruckend findet, wie "leichtfüßig" Nagarkar indische Geschichte und ihre "ernsten Themen" für die Leser aufbereitet. Gern würde er noch ausgiebig von diesem "wunderschönen Schmöker" schwärmen, über die "frische, zeitgenössische Sprache" und die virtuose Inszenierung der verschiedenen Motive, doch sieht er sich aus Platzgründen gezwungen, seinen überschwänglichen Lobgesang auf diesen Roman abzubrechen.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren