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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 19.57 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Angela Krauß

Weggeküsst

Cover: Weggeküsst

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN-10 3518413554
ISBN-13 9783518413555
Gebunden, 104 Seiten, 12,90 EUR

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Klappentext

"Weggeküsst" ist ein Buch über das Verlangen. Es erzählt von den hektischen Pendelbewegungen der Lust, von schier überqueller Fülle, die den Mangel kaum spürbar werden läßt, von artistischen Versuchen, Unfreiheit wie Freiheit zu beherrschen, und von der seltsamen Welt der Tiere im Zoo.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.05.2003

Erwartung und Realität gehen für den Rezensenten Navid Kermani bei diesem Buch weit auseinander. Den Roman findet er eigentlich "in der Anlage berückend", die Sprache "luftig, nicht beschwert mit unnützen Konstruktionen und falschen Bildern" und die Geschichte gar nicht so übel: Eine Frau läuft durch die Welt, mit dem Wunsch "verführt zu werden". Die Geschichte folgt ihren Stationen, sie folgt ihr in den Zoo ebenso wie in die Konditorei, aber bald geht dem Rezensenten auf, dass "die Erzählung die Lust zwar ständig im Munde führt, aber vor des Menschen tierische Gelüsten die Augen niederschlägt, sei es aus Ehrfurcht oder Scheu". Kermani wähnt das Versprechen dieses Buches gebrochen, daher die Enttäuschung. Angenehm zu lesen ist es trotzdem.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.11.2002

Andreas Nentwich zeichnet in seiner Besprechung die Stationen nach, durch die sich die "heute 52-jährige Chemnitzerin, die seit 1981 als freie Autorin in Leipzig lebt", hindurchgeschrieben hat: zunächst die Zeit von "Mauern und Stacheldraht", dann die Reise nach Westen, und schließlich dieses Buch, das, wie Nentwich findet, den drohenden "Identitätsverlust" seit der Wende deutlich anzeigt. Die "Sehnsucht" nach Verzauberung, die "Neugier" auf alles, was anders ist, geheimnisvoll und unerreichbar, muss wieder neu erobert werden, wo die Menschen schon bei der ersten morgendlichen Begegnung mit "Stadt- und Warenwelt", so zitiert Nentwich die Autorin, "weggeküsst" werden. Das "Verlangen" muss sich neue Räume suchen, - und findet es hier im Blick auf die Tiere im Zoo. Erst dort wird die "Intensität" des eigenen Lebens wieder "erweckt", wenn man nämlich, schreibt Nentwich, "Fremde fremd sein lässt", so wie die Protagonistin, alter Ego der Autorin, es hier wieder kann. Der Rezensent vergleicht den Krauß'schen Blick auf die Welt mit dem des Novalis', und schließt, dass dieser seiner "späten Nachfahrin die blaue Blume nicht verweigert hätte".

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.11.2002

Ein wenig zwiespältig wirkt Angela Krauß' Erzählung "Weggeküsst" auf Rezensentin Meike Fessmann. Die hohe "energetische Spannung" des Textes erzeugt bei ihr ein Schwindeln. Doch eigentlich handelt es sich bei dem Text ihres Erachtens um einen Essay in "literarischer Prosa". Krauß versuche am Beispiel ihrer Erzählerin jenen Geisteszustand zu ergründen, der für den Menschen des Kommunikationszeitalters typisch sei: "die manisch depressive Dauererregtheit eines an Nerven und Sinnen überreizten Wesens." Das gelingt ihr nach Ansicht des Rezensentin nur bedingt. Wer den mit Theoriebruchstücken über Kommunikationsnetzte durchsetzten Text auch analytisch folge, bleibe am Ende unbefriedigt. Nichtsdestoweniger räumt Fessmann ein, "dass Angela Krauß mit diesem Buch ihren Ruf als Seismographin der Gegenwart bestätigt hat".

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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