Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Französischen von Ronald Voullie. Michel Houellebecqs erstes Buch aus dem Jahr 1991 blieb auch in der französischen Öffentlichkeit fast unbemerkt. Gegen die Welt, gegen das Leben setzt sich mit dem amerikanischen Kultautor der fantastischen Literatur auseinander, und bereits in dieser ersten Veröffentlichung von Michel Houellebecq findet sich, was seine spätere Romane prägt. Michel Houellebecqs "erster Roman" kennt nur eine einzige Hauptfigur, H. P. Lovecraft selbst. Mit dem Romancier von visionärer Kraft und dem Menschen setzt sich Michel Houellebecq subtil auseinander, analysiert seine Außenseiterstellung und stößt auf die Quellen seines Rassismus. Ein Thema, das nicht nur im Werk von Michel Houellebecq zunehmend an Brisanz gewinnt.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.10.2002
Hans-Peter Kunisch nimmt Houellebecqs Biografie von H. P. Lovecraft zum Anlass, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Autoren herauszuarbeiten. Er hat in diesem Buch, dass 1991 erstmals erschien und im Vorwort zur Neuauflage von Houellebecq selbst als "eine Art erster Roman" bezeichnet wird, zwar durchaus etwas über Lovecrafts Leben und seine Bücher erfahren, wie er betont. Doch mehr noch hat er Interessantes über den literarischen Realismus gefunden, den der französische Autor zunächst mit Lovecraft, der sich darauf verlegt, gruselige Phantasiewelten zu beschreiben, ablehnt, um ihn in seinen späteren Büchern in einen "Realismus der Entzauberung" zu überführen. Er sieht im Protagonisten der Lebensbeschreibung des amerikanischen Autors eine "Lovecraft-Kunstfigur", die vor allem etwas über Houellebecqs eigenes Schaffen aussagt. Denn, befindet Kunisch abschließend, Houellebecq hat in dem amerikanischen Autor schon früh seinen "verquer verzerrten Spiegel" gefunden.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.10.2002
Ganz unter Männern wird der Ekel an der Welt und ihren Menschen hier ausgehandelt: Sebastian Handke schreibt über Michel Houellebecq, der über H.P. Lovecraft schreibt. In dem biografischen "Essay", der 1991 in Frankreich erschien und das erste Buch des inzwischen skandalumwitterten Autoren ist, findet Handke Beschreibungen Lovecrafts, die, wie er meint, auch auf Houellebecq selbst passen würden: die Hervorhebung eines "absoluten Materialismus", ein "wissenschaftliches Vokabular als poetisches Mittel" , etwas Unliterarisches am eigenen Werk, und die "Ablehnung von Freuds Psychoanalyse". Aber das Wichtigste ist dann doch wohl, so Handke, das Motiv des Ekels und der Misanthropie, in der Lovecraft seinen Biografen, wie Handke meint, allerdings noch um Längen schlägt. Während die Welt für Lovecraft von Anfang an "verdammt" sei, ist sie bei Houellebecq nur "korrumpiert", schreibt Handke. Insgesamt lässt der Rezensent uns nicht recht teilnehmen an Houellebecqs Lebensbeschreibung von Lovecraft, sondern hebt vor allem Motive heraus, die den Blick auf Houellebecq selbst schärfen könnten.
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Uangenehm plausibel
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