Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Eine junge Frau ist auf dem Weg nach London, um eine unerwiderte Jugendliebe ein letztes Mal zu treffen. Im Gepäck hat sie sechs Kassetten, die von sechs Jungen für sie aufgenommen wurden. Ein mißglückter Liebesversuch pro Kassette. Und sie erinnert sich: an Tellerauge, ihren Sandkastenfreund, an ihre Zeit als größtes und dickstes Kind der Klasse und das Froschhospital. An die Demütigungen in der Schule, das qualvolle Familienleben mit dem Nichts von Mutter, dem mit Selbstmord drohenden Vater, der Oma, die nicht alle Tassen im Schrank hat und ihr Bruder, der allabendlich sein Geld küßt. Und an die Schrecken der Diätversuche, den impotenten ersten Freund mit den moosig-pelzigen Zähnen, den ersten Job in der Hundeleinenfabrik, den gescheiterten Therapieversuch, die wilde Zeit als Punk...
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.11.2002
Sehr gut gefallen hat Evelyn Finger dieser Roman, den sie "hoch reflektiert", "vulgär", "spielerisch und subversiv" nennt. Eines aber sei dieser Roman nicht, ein "Spaß". Zwar gibt es viel "Galgenhumor", mit der die Protagonistin, "zu allem fähig außer zur Selbsttäuschung", im Verlauf der Erzählung "aus dem Gefängnis der Kindheit direkt ins Gefängnis des Frauseins" hinüber wechselt. Aber wenn es auch komisch ist, so ist es doch mindestens auch ebenso betrüblich, ein "weiblicher Anton Reiser", findet die Rezensentin. Die Leistung der Autorin besteht darin, meint Finger, ihre Figur "eine Diagnose des eigenen Lebenslaufs" absolvieren zu lassen "in direkter, brillant karikierender Nachfolge der pietistischen Bekenntnisbiografien".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2002
Da gibt sich Gustav Seibt alle Mühe, diesen Roman, an dem er "so viel zu rühmen" findet, uns kräftig anzuempfehlen. Aber weder die von ihm zitierten Passagen noch das ganze Konstrukt des Liebesunglücks eines dicken Mädchens zwischen 1965-1995 kommen so recht überzeugend daher. Immerhin warnt Seibt selbst: "Die Handlung des Romans spielt ästhetisch die Rolle einer erschwerenden Bedingung", - findet aber, dass dies nur dazu führe, "die Kunst der Autorin umso vielfarbiger erstrahlen" zu lassen. Diese Kunst besteht, so Seibt, unter anderem in der "Genauigkeit" mit der sie ihre Beobachtungen wiedergibt und zeigt als Beispiel auf einen Schlagertitel um 1989: "Lambada". Auch das will nicht recht überzeugen. Nur weil all die "Gegenstände, Kleider, Modeartikel, Popmusik" etc. so gut getroffen sind und das dicke Mädchen, nunmehr dicke Frau, mehr Bücher als CDs im Regal hat - anders als ihr "wunderbar durchtrainierter Angebeteter" - soll dies "der erste Postpoproman" sein? Seibt jedenfalls ist davon überzeugt.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2002
Wolfgang Schneider lässt keinen Zweifel daran, dass er Karen Duve für eine "außergewöhnliche Erzählerin" hält; doch seine Hoffnungen beziehen sich da eher auf die nachfolgenden Romane der Autorin, die mit ihrem Erstling "Regenroman" vor Jahren Berühmtheit erlangte. Vom aktuellen Buch dagegen ist er ziemlich enttäuscht. Die Lebensgeschichte von Anne, die an chronischem Trübsinn und einer Essstörung leidet, verliere sich leider in einem "Ich-kenn-die-Welt-und-lasse-mir-nichts-sagen-Ton" der Protagonistin, der sich schon bald erschöpft und in der "routinierten Grau in Grau"- Stimmung einer "Schwundform des Entwicklungsromans" mündet, wie Schneider schreibt. Darüber können die wenigen Episoden in diesem "ungeschliffenen Buch" nicht hinwegtäuschen, die das zweifelsohne vorhandene Erzähltalent Duves hervorschimmern lassen, so der Rezensent betrübt.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Von Lesern empfohlene Bücher
Peter Nadas: Parallelgeschichten
Aus dem Ungarischen von Christina Viragh. 1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Jogging ...
Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner
Geborene Diebe und Lügner, Gefährten des Satans, Waldmenschen, unzähmbare Wilde, eine Bande von ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







