Die hierzulande unter dem Stichwort "Wisconsin-Modell" diskutierte Reform des Sozialhilfesystems in den USA sieht u. a. die Pflicht zu Arbeits- und Ausbildungsmaßnahmen vor sowie eine zeitliche Begrenzung des Sozialhilfebezugs. Gleichzeitig sollen z. B. die Kinderbetreuung verbessert und Löhne subventioniert werden. Der Autor zeigt die Grundelemente der Reformen und fragt, ob sie sich im Sinne einer Modernisierungspolitik interpretieren lassen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.09.2002
Diese Studie von Uwe Wilke scheint dem Rezensenten Ludger Lütkehaus besonders vor dem Hintergrund der Arbeit der Hartz-Kommission in Deutschland von Interesse zu sein. Wilke setze sich vor dem Hintergrund des "asozialpolitisch" agierenden Bundesstaates Texas mit den Reformen zur Sozialhilfe in Wisconsin auseinander. Das dortige System charakterisiert er durch die Formel "Mit Zuckerbrot und Peitsche", da den Sozialhilfeempfänger dort zwar strenge Auflagen zu Arbeits- und Ausbildungsmaßnahmen gemacht würden und die Dauer des Sozialhilfebezugs streng begrenzt sei, gleichzeitig aber der Krankenversicherungsschutz ausgebaut und der Zugang zu Kinderbetreuungseinrichtungen verbessert würden. Die sinkende Zahl der Sozialhilfeempfänger scheine dem Reformsystem Wisconsins recht zu geben, doch lasse der Autor die Ambivalenz des Systems nie aus dem Auge - zu Recht, wie der Rezensent meint, der zudem betont, dass diese Einblicke zwar einen Denkanstoß liefern können, nicht aber geklärt sei, inwiefern man dieses System auf europäische Verhältnisse übertragen könne.
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