Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ivan Cankar

Der Sünder Lenart

Zwei autobiografische Erzählungen

Drava Verlag, Klagenfurt 2002
ISBN-10 3854353766
ISBN-13 9783854353768
Gebunden, 224 Seiten, 19,50 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Slowenischen übersetzt und mit einem Nachwort von Erwin Köstler.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.07.2004

Muss ein guter Schriftsteller tatsächlich Schlimmes durchlitten haben. fragt sich Adam Olschweski bange und kommt zu dem beunruhigenden Ergebnis, er fürchte ja. Im Fall der beiden autobiografischen Erzählungen des slowenischen Autors Ivan Cankar scheint das Leidensmoment tatsächlich gegeben gewesen zu sein - und ausnahmsweise sollten wir dafür dankbar sein, schwärmt Olschewski, weil es zu so reifen, wunderbaren Erzählungen geführt habe. Die Religion nimmt eine übergeordnete Rolle im Werk Cankars ein, erklärt der Rezensent, und so tauche das Motiv der Sünde immer wieder auf wie der Zweifel am Glauben, die Figur der Mutter und so weiter, wenige Elemente und Motive, die Cankar "mit wenig Aufwand und mächtigem Nachhall" aufnehme und ausführe, so Olschewski. Cankars Sprache sei schlank, präzise, es gebe kein überflüssiges Wort in seinen Erzählungen, die zwar motivisch gelegentlich zur Monotonie neigten, jedoch so bildermächtig seien, dass man lange in einer bestimmten Stimmung oder evozierten Landschaft Cankars hängen bleibe. Eine literarische Entdeckung eines kleinen Verlages.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.09.2002

Als "bedeutendsten Vertreter der literarischen Moderne Sloweniens" ehrt Rezensent Rolf Wörsdörfer den Schriftsteller Ivan Cankar (1876-1918). Neben dem kargen, bäuerlich-kleinstädtischen Leben thematisierte Cankar in seinen Werken immer wieder die Metropole mit ihren Droschken, Cafés und Theatern - hier wie dort sah er vor allem Gescheiterte, Alkoholiker, Tuberkulöse und Suizidgefährdete, weiß Wörsdörfer. Kein Schriftsteller habe das Wien der Belle Epoque so sehr in sozialkritischen Tönen gezeichnet wie Cankar. Wörsdörfer hält fest, dass im Zentrum von Cankars Schaffen die Selbstbeschreibung steht. So auch in diesen beiden Erzählungen, in denen Cankar seine Kindheitserinnerungen verarbeitet hat. Beide handeln vom harten Schicksal ihrer aus ärmlichen Verhältnissen stammenden jugendlichen Protagonisten. Während die Erzählung "Mein Leben" laut Wörsdörfer in einer knappen, klaren und manchmal sperrigen Sprache verfasst ist, herrscht in der Lebensbeschreibung des "Sünders Lenart" ein aggressiver Ton vor. Die Bilder, die Cankar findet sind voller Ausdruckskraft, lobt Wörsdörfer. Cankars Buch lese man mit Gewinn, schließt er "denn es führt den Leser in eine Terra incognita, die mitten in Europa liegt."

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren