Norman Elrods Krankengeschichten schizophrener Patientinnen und Patienten und ihrer Behandlung sind immer mit größtem Interesse zu lesen und weisen einen Weg für den klinischen Psychotherapeuten. Nun erscheint ein Buch, in dem wir nicht nur von Fällen des Herausgebers erfahren, sondern auch von anderen Personen, die ähnlich wie der Herausgeber gearbeitet haben. Die Fallstudien zeigen -- einige mit eindrücklichen Katamnesen -- verschiedenartige Versuche, psychisch schwer kranken Menschen zu helfen, eine Hilfe, die anscheinend stark mit der Persönlichkeit der Person, die die Verantwortung für die Therapie trägt, zusammenhängt. Der Herausgeber hat auch einige Schriften ins Buch aufgenommen, die Einsicht in die Theorie der Therapie, die Verläufe von Therapien und die Weltanschauungen der Berufstätigen auf diesem Gebiet vermitteln.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.09.2002
Ein wichtiges Buch in schwieriger Zeit, dem Rezensenten (Kürzel LL.) von Herzen sympathisch. Schwierig sind die Zeiten, weil allenthalben die Psychoanalyse verspottet werde im Namen einer biologiegläubigen "Psychopharmakologie". Dieses Buch, eine Festschrift für den Psychoanalytiker Norman Elrod, ist ein massives Plädoyer gegen die Tendenz der Zeit - im Umfang auch, stellt der Rezensent befriedigt fest, ein Statement gegen die von den Krankenkassen geforderten "Ex-und-Hopp"-Therapien. Elrod nämlich blickt zurück auf fünfzig Jahre Therapie-Arbeit in "psychiatrischen Institutionen". Bewundernswert findet der Rezensent die "Offenheit" und "Ehrlichkeit" in der Darstellung von Elrods Arbeit. Elrod selbst ist, das erwähnt eine kurze Nachbemerkung, wenige Wochen nach Veröffentlichung des Bandes gestorben.
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