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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

David Foster Wallace

Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

Cover: Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

Marebuchverlag, Hamburg 2002
ISBN-10 3936384002
ISBN-13 9783936384000
Gebunden, 184 Seiten, 18,00 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Denis Scheck. Aus dem Amerikanischen von Marcus Ingendaay. Eine siebentägige Luxuskreuzfahrt in der Karibik - kann es eine kürzere Definition für die Hölle geben? Im Alter von 33 Jahren hat sich David Foster Wallace vom 11. bis zum 18. März 1995 an Bord der Zenith begeben, ist von Key West aus in See gestochen und hat in cleverem Collagestil aufgeschrieben, was er gesehen, gehört, gerochen, gefühlt und geschmeckt hat...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.05.2003

Rezensent Georg Sütterlin hat sich bei der Lektüre von David Foster Wallaces erbarmungsloser Reportage über eine horrortripartige Luxuskreuzfahrt bestens amüsiert. Falls das englische Original so gut sei wie Marcus Ingendaays Übersetzung, so Sütterlin anerkennend, "dann schreibt Foster Wallace wahrhaft gut, temporeich, brillant, ohne falschen Ton und mit Sinn für todsichere Wirkung - wenn man denn diese Sprache mag." Sütterlin scheint das Idiom bisweilen allerdings ein wenig auf die Nerven gegangen zu sein, wobei er die Qualität der Reportage allerdings nicht relativieren möchte. Schließlich führe die Feder eine wache, analytische und trotz aller Boshaftigkeit durchaus ernsthafte Seele, "die den Mikrokosmos und die Soziologie eines Kreuzfahrtschiffs mit journalistischer Verve und quasiethnologischem Blick seziert und die Kreuzfahrt, diese Apotheose des Massentourismus, mit zivilisationskritischem Impetus unter die Lupe nimmt", schreibt Sütterlin. Abschließend legt er das Buch insbesondere all jenen ans Herz, die selbst daran denken, eine Kreuzfahrt zu unternehmen - man könne dann nachher wenigstens nicht klagen, man sei nicht gewarnt worden.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.12.2002

Zur Zeit ist David Foster Wallace in aller Munde und erntet von der Kritik höchstes Lob, berichtet Martin Lüdke. Der hat neben dem Renner "Kurze Interviews mit fiesen Männern" auch den eher "schmalen" Reisebericht "Schrecklich amüsant" gelesen, den Wallace 1996 für Harper's Magazine verfasst hatte. Die "alten Herren in kurzen Hosen", die Wallace sieben Tage lang auf einer Kreuzfahrt in die Karibik begleitet hatte, seien aber auch wirklich, so Lüdke amüsiert, ein "dankbares Objekt bissiger Beschreibung". Und so halte dieser Band denn auch, erkennt der Rezensent an, was er verspricht: Eine literarische Bestandsaufnahme des American Way of Life, die Wallace mit einer gründlichen Portion "Kleinbürgerschelte" und einer "guten Mischung aus schlechter Laune, Ideologie- und Konsumkritik" angereichert hat, meint der zufriedene Rezensent.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.10.2002

Dieses Buch ist eine "erweiterte" Reportage, die der Autor David Foster Wallace für Harper's Magazine über eine Kreuzfahrt und damit "den Terror der fürsorglichen Entmündigung", geschrieben hat, berichtet Eberhard Falcke. Der Rezensent findet die Assoziation von Auschwitz angesichts des "Massenauftriebs der Einschiffung" offenbar nicht übertrieben oder fehl am Platze. Vielmehr lobt er die "leicht paranoide Empfindsamkeit", mit der Wallace den Amüsierbetrieb eines Luxusdampfers mehr erleidet als erlebt. Falcke hat es gefallen, wie Wallace dem "wesenhaften Hermetismus" dieses Unternehmens auf den Grund geht, "mit der gebotenen Genauigkeit und einem sehr erhellenden irren Blick", wie er meint.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.09.2002

Einfach amüsiert ist Jan Brandt vom eigenwilligen Reisebericht, den der reisefaule David Foster Wallace nach bezahlter Teilnahme an einer klassischen Luxuskreuzfahrt vor der Küste Floridas abliefert. Statt sich vom Urlaubswahn anstecken zu lassen, bewahrt sich Wallace seinen "trotzigen, entrückten Standpunkt", der es ihm ermöglicht, den Horrortrip und damit die perfekt durchinszenierte und "überdrehte Vergnügungsmaschinerie der amerikanischen Gesellschaft" (sicher als exemplarisch auch für andere Länder) auf "mitunter bösartige" Weise zu entlarven und zu analysieren, findet der Rezensent.

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