Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Kai Hafez
Die politische Dimension der Auslandsberichterstattung
Band 2: Das Nahost- und Islambild der deutschen überregionalen Presse. Habil.
Klappentext
Im Zeitalter der Globalisierung wird es immer bedeutsamer, grenzüberschreitende Kommunikationsvorgänge zu erforschen. Band 1 der vorgestellten Arbeit bietet erstmalig eine umfassende Theoriematrix zu Bildstrukturen, Entstehungsbedingungen und Wirkungspotentialen der Auslandsberichterstattung. Auf der Basis eines interdisziplinären Ansatzes werden systematisch Nahstellen von Medien, Politik, Kultur und Gesellschaft vorgestellt. Band 2 ist eine Studie zum Nahost- und Islambild der überregionalen deutschen Presse im Zeitraum 1947-1994. Quantitative Langzeitanalyse und qualitative Fallstudien im kontroversen Forschungsfeld Nahost-Islam fügen sich zu einer der weltweit umfangreichsten empirischen Studien zur Auslandsberichterstattung.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.09.2002
Die Berichte über die Konflikte in Nah- und Mittelost färben auf die Wahrnehmung des Islam ab - häufig wird er mit Gewalt assoziiert. So fasst Rezensent Volker S. Stahr die keineswegs überraschende These des Islam- und Kommunikationswissenschafters Kai Hafez zusammen, der in einer Langzeitstudie das Nahost- und Islambild der überregionalen Presse in den fünfziger bis neunziger Jahren untersucht hat. Wie Stahr in seiner primär referierenden Besprechung ausführt, macht Hafez vor allem die Wochenpresse um "Spiegel" und "Stern" als Meinungsführer mit "starker Tendenz zu Negativismus und polarisierender Berichterstattung" aus. Die in Umfragen festgestellten Ängste und Aversionen gegenüber dem Islam haben für Hafez auch mit dieser Berichterstattung und ihren Defiziten zu tun, berichtet Stahr. Die journalistische Wahrnehmung beschränkt sich laut Hafez weitgehend auf politische Redaktionen, in den Kultur-, vor allem aber in den Wirtschaftsredaktionen fehle die eigene Betrachtung, hält Stahr fest. "Inhaltliche Untiefen" sowie undifferenzierte und einseitige Berichterstattung in Bezug auf den Islam sind für Hafez ein weiteres Problem. Nach dem 11. September kann Hefez allerdings eine kurzfristige Besserung dieser Tendenzen feststellen, lässt Stahr wissen. So habe es zahlreiche Versuche zur Differenzierung gegeben und viele Medien hätten sich auffällig um eine Trennung zwischen "dem Islam" und den zur Gewalt bereiten Fundamentalisten bemüht.
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