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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Friedo Lampe

Von Tür zu Tür

Phantasien und Capriccios

Cover: Von Tür zu Tür

Wallstein Verlag, Göttingen 2002
ISBN-10 3892445044
ISBN-13 9783892445043
Gebunden, 240 Seiten, 22,00 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Johann-Günther König. Erstmals komplett in einem Band: die Erzählungen und Gedichte Friedo Lampes sowie bisher nicht veröffentlichte Texte aus dem Nachlass, in denen sich der Autor ebenso wie in "Septembergewitter" und "Am Rande der Nacht" als Meister des Magischen Realismus erweist.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.12.2002

Wer nach "wirklichem Lesestoff" sucht, der sollte unbedingt, empfiehlt der Rezensent mit dem Kürzel "upj", die Werke von Friedo Lampe lesen. Der 1899 geborene Schriftsteller, der 1945 aufgrund einer tragischen Verwechslung von einer Patrouille der Roten Armee erschossen wurde, sei ganz zu Unrecht in Vergessenheit geraten oder nur noch wenigen "Liebhabern avantgardistischer Schreibexperimente" ein Begriff. Der Rezensent zeigt sich daher erfreut, dass der Göttinger Wallstein-Verlag eine Wiederauflage von Lampes Werk betreibt und nach der Veröffentlichung der beiden Romane von Lampe nun im dritten Band die 1944 zuerst erschienenen zehn Erzählungen, einen Wiederabdruck des 1937 entstandenen Kurzromans "Septembergewitter" und weitere Texte aus dem Nachlass in die Hand genommen hat.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.11.2002

Friedo Lampe, der, wie Michael Rutschky berichtet, am 2. Mai 1945 in Berlin von russischen Soldaten irrtümlich erschossen wurde, zählt für den Rezensenten zu einer Reihe von "Werkruinen, die das Dritte Reich der deutschen Literaturgeschichte hinterlassen hat". Seinen Romanen und Erzählungen, die der Göttinger Wallstein-Verlag seit 1999 mit sorgfältigen Geleitworten herausbringt, sei die geistige Enge der NS-Diktatur klar anzumerken, stellt Rutschky fest. Das führt beim Lesen zu einem fast klaustrophobischen Erlebnis, gesteht der Rezensent, der die Lektüre "historisch lehrreich", aber anstrengend fand. So "schwelgen" Lampes zehn Geschichten in Bildungsgut, da dem Autor nicht gegeben war, Klartext zu schreiben. Jeder Erzähleinfall, jede Formulierung gerate so zu einem Ausweichmanöver, bemerkt Rutschky. Obwohl die stark vom Film beeinflusste Erzähltechnik Lampes eigentlich ein Gefühl von Weite in Raum und Zeit suggerieren müsste, wundert er sich, erzeuge sie das glatte Gegenteil: eine Gefühl von Enge, der sich eine seelische Armut der Figuren hinzugeselle. Wie denn auch anders, fragt Rutschky und empfiehlt die Lektüre pflichtschuldigst dennoch.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.10.2002

"Ein Freund Robert Walsers, wenn Walser aus der norddeutschen Tiefebene gekommen wäre", so charakterisiert Rolf Vollmann in seiner liebevollen Besprechung den vergessenen Bremer Autor Friedo Lampe. Und noch ein Vergleich fällt ihm ein: Lampe schreibe norddeutsch "etwa wie Paula Modersohn-Becker norddeutsch malt". Was dem Rezensenten so gut gefällt ist die "schöne Beiläufigkeit" der Prosa, die ihm in den Romanen besser gelungen scheint als diesen vierzehn kürzeren Texten. Hier arbeitet der Autor, wohl weil er denkt, "Erzählungen brauchten so etwas", auf Pointen hin und vergibt ein wenig die "fließende, verfließende Form oder Halbform der romanähnlichen Prosaströme", schreibt Vollmann, der aber dennoch bewegt ist von diesen Texten. Die ins modisch-zeitgemäße forcierten Interpretationen der "Nachwortschreiber" haben ihm dagegen überhaupt nicht gefallen.

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Archiv: Bücherschauen

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11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

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