Mit einem Vorwort von Manfred Züfle. In dem Jahr, in dem die Mauer fiel, stieß eine Parlamentarische Untersuchungskommission in der Schweiz auf 900.000 Fichen. Nur kurze Zeit später begrub der dicke Staub der schnellen Zeit den eidgenössischen Jahrhundertskandal. Jahre danach zogen Abertausende ihre bundespolizeilich beglaubigte Biografie aus eingeschriebenen Couverts, wurden in längst vergangene Tage zurückgerissen und mit Beschattungsrealitäten konfrontiert, die ihnen damals verborgen geblieben waren. Unter ihnen die ProtagonistInnen von Jürgmeiers literarischer Reportage über den Kalten Krieg. In den aufgrund von ausführlichen Gesprächen und Staatsschutzakten verfassten Berichten folgt Schwarz im Auftrag von Weiß (beides fiktive Erzählfiguren) den Spuren derer, die bespitzelt oder auch übersehen wurden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.08.2002
Der C.W. zeichnende Rezensent bemüht sich sichtlich, dieser "literarische Reportage" Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Denn der Kalte Krieg hinterließ auch in der Schweiz seine Spuren. So wurden auch dort Linke vom Staatsschutz observiert und ihre Aktivitäten auf Fiches festgehalten. Autor Jürg Meier zeichne Einzelgeschichten nach und zitiere dabei immer wieder aus den Akten des Staatsschutzes. Eingerahmt werde das ganze von der selbstreflexiven Erzählung SchwarzundWeiß. Ideale und Schwächen dieser Zeit werden dabei anhand der Aussagen der sechs sehr unterschiedlichen Hauptpersonen deutlich, die hier zu Wort kommen. Teilweise bleibt das Politische dabei fragmentarisch, während das Alltägliche relativ viel Raum zugestanden bekommt, was der Rezensent allerdings nicht als Schwäche ansieht. Sein Fazit: viele kritische Fragen, wenige selbstkritische Antworten, aber sehr viel Aufschlussreiches in beidem.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…