Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Klaus Täubert. Barcelona 1936, vor Ausbruch des Bürgerkriegs. Juan Aguilar, gleichermaßen erfolglos als Dichter wie als Vertreter von Damenhandtaschen, erkennt sein geschäftliches wie privates Scheitern. Bei einem Autounfall verliert er vorübergehend die Sprache. Als Stummer nun wendet sich sein Schicksal, er gewinnt Umsätze und Zuwendung zurück. Er wird für alle, die ihn kaum mehr beachteten, interessant, man will sogar seine Geschichte verfilmen. Nach seiner Genesung entschließt er sich daher als Simulant zur Fortsetzung dieser erfreulichen Entwicklung. Mit diesem Roman von 1937 verabschiedet sich der Emigrant Hans Meisel vom alten Europa und seinen literarischen Motiven, die er noch einmal in der Figur seines Aguilar vereinigt. Dieser Sprachskeptiker und Verführer muss nun den Schritt in eine neue Welt wagen, in der alles, auch Furchtbares, möglich ist.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2002
Mit diesem 1937 geschriebenen und jüngst in einem Nachlass aufgetauchten Buch dürfte Hans Meisel gelingen, was ihm zu Lebzeiten versagt war, glaubt Egon Schwarz - der Anschluss an den deutschen Literaturbetrieb nach 1945. Meisel, 1900 in Berlin geboren, erhielt für seinen Debütroman 1927 den Kleist Preis, die steile Karriere als Schriftsteller wurde durch die Emigration 1934 jäh beendet. "Aguilar" nun handelt von einem Katalanen, der im korrupten Barcelona kurz vor Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs so tut, als hätte er seine Stimme verloren. Ein echter Exilroman, befindet der Rezensent, denn unter der Oberfläche eröffne sich eine "allegorische Tiefendimension"; so erinnere etwa die "Unmoral des katalonischen Milieus" an die Weimarer Republik, die Stummheit der Empfindung des Dichters, dem im Ausland plötzlich das "Wort abgeschnitten" ist, und die Flucht einiger Romanfiguren aus dem ins Chaos versinkende Barcelona ähnele dem Schicksal Tausender Hitler-Flüchtlinge. Noch mehr als diese "allegorische Tiefendimension" beeindrucken Schwarz aber die "literarischen Qualitäten" Meisels, die "lebensnahen, oft skurrilen Gestalten", die Spannung und der Humor, die herausragende Sprache "mit ihren Wortspielen und Aphorismen" und nicht zuletzt die "vielen Gespräche mit ihren bissigen Repliken".
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








