Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.08.2002
Um einen schönen Band ist die rätoromanische Literatur mit dieser Sammlung phantastischer Kurzgeschichten bereichert worden, wenn es nach Mevina Puorger geht. Ihr gefällt der komisch-traurige, manchmal beißende Grundton der Geschichten und das spürbare Engagement ihrer Figuren. Der Autor beschränke sich auf Details einer bestimmten Szene, was oft schon ausreiche, um sie "liebevoll surreal" werden zu lassen, etwa wenn der Flirt zweier Hände beschrieben wird, der mit dem Finger am Pistolenabzug jäh beendet wird oder ein Huhn mit eckigen Eiern der Monotonie seines Daseins entfliehen will und kläglich scheitert. "In lakonisch-ironischen Bildern, oft aus dem Blickwinkel des (scheinbar) Einfältigen, wird die Gesellschaft kritisch dargestellt". Das Fazit der erfreuten Rezensentin: "Schräg und skurril die Verpackung, nicht ganz unwahr und ernst der Inhalt."
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