Mit zahlreichen zeitgenössischen Abbildungen. Im Sommer 1831 reist der sechsundzwanzigjährige Hans Christian Andersen durch Deutschland. Die erste Auslandsreise seines Lebens führt ihn von Lübeck über Hamburg, Braunschweig, Goslar, Leipzig und Dresden bis nach Berlin. Für den jungen Autor werden die Reise, das damit verbundene Naturerlebnis und die Begegnungen und Kontakte zu einer zentralen Erfahrung in seiner persönlichen und künstlerischen Entwicklung. Andersen erzählt in einem Ton, den wir nur allzugut aus seinen Märchen kennen. Allerdings unterlaufen politisch-satirische Spitzen, religiöse Sottisen, erotische Doppeldeutigkeiten und sehr persönliche Bemerkungen immer wieder den märchenhaft-romantische Grundcharakter seiner Reiseeindrücke.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.08.2002
Lothar Müller erkennt in dem Buch, dass aus der Deutschlandreise des jungen Schriftstellers hervorgegangen ist, eine "listige" Mischung aus Bedienung der Publikumserwartung und "ironischem Spiel" damit. Er begrüßt ausdrücklich, dass nun erstmals für deutsche Leser die ursprüngliche Fassung der Reisebeschreibung vorliegt, die noch nicht die Abmilderungen der zweiten Fassung aufweist. Das Besondere an dem Buch sei nämlich der "Ton der Frechheit", den Andersen ohne Scheu vor Zensur anstimme und der sich an Heinrich Heine orientiere. An die Tradition der "empfindsamen Reisenden" angelehnt, ist der Ton "unverkennbar modern", schwärmt Müller.
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