Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.07.2002
Leonhard Schmeiser hat die Gründungsfiguren der neuzeitlichen Wissenschaft einer erneuten Lektüre unterzogen und dabei Überraschendes an Licht gebracht, berichtet der mit "rox" zeichnende Rezensent. Nicht da Vinci, nicht Kopernikus, nicht Kepler, und schon gar nicht Descartes, sondern der Architekt und Bildhauer Filippo Brunelleschi, der im frühen 15. Jahrhundert die Gesetze der Zentralperspektive entdeckte, ist nach Schmeiser der eigentliche Initiator eines neuen radikalen Denkens, fasst der Rezensent die zentrale These von Schmeisers Buch zusammen. Erstmals werden geometrische Gesetzte zu "wissenschaftlichen" Zwecken verwendet, erklärt der Rezensent, "das neue Sehen ist zugleich ein objektives Messen". Sprachlich scheint das Werk unseren Rezensenten allerdings nicht überzeugt zu haben: "Man hätte dem Buch einen Lektor gewünscht", beanstandet er selbst etwas hölzern-verquer, "der etwas versteht von der Möglichkeit, die deutsche Sprache der Lesbarkeit zuzuführen".
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