Der Sammelband vereint Aufsätze, die sich multidisziplinär und auf unterschiedliche Weise mit der deutschen Nachkriegsgeschichte auseinandersetzen. Die Ambivalenzen einer historischen Entwicklung zwischen Erfolgs- und Modernisierungsgeschichte auf der einen und von tiefsitzender Angst und Unsicherheit geprägter Kriegsfolgengesellschaft auf der anderen Seite werden deutlich sichtbar. Unter den Rubriken "Integration", "Trauma" und "Generationen" hat der Herausgeber Beiträge zu verschiedenen Aspekten der deutschen Kriegsfolgengesellschaften versammelt. Mit Beiträgen von: Frank Biess, Stephan Braese, Jörg Echternkamp, Heide Fehrenbach, Michael Geyer, Svenja Goltermann, Elizabeth Heineman, Dagmar Herzog, Thomas Kühne, Jörg Lau, Robert G. Moeller, Regina Mühlhauser, Klaus Naumann, Vera Neumann, Uta Poiger, Franka Schneider, Michael Schwartz und Harald Welzer.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.07.2002
Den Sammelband mit Betrachtungen über die deutsche Nachkriegsgesellschaft findet Birgit Weidinger ausgesprochen aufschlussreich. "Zwiespältigkeit" und "Widersprüchlichkeiten" haben Deutschland in dieser Zeit gekennzeichnet, Traumata seien aus "Selbstschutz" oder "Schuldverdrängung" entweder gar nicht oder sehr viel später thematisiert worden, berichtet die Rezensentin über den Inhalt des Bandes. Alle Aufsätze seien "explorativ" und "essayistisch" gehalten, jeder einzelne könne für sich stehen und lasse sich sehr gut lesen, lobt Weidinger. Der Diskurs über die Schuld der Deutschen werde markant "auf den Punkt gebracht", sicher "markanter, als es manchem ins politische oder private Konzept" passen wird, ist die Rezensentin überzeugt. Dem Leser jedenfalls verspricht Weidinger "Spannung und Anteilnahme" während der Lektüre, außerdem leiste dieses Buch einen wichtigen Beitrag zu einer Debatte, die noch längst nicht abgeschlossen ist, denkt die Rezensentin.
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