Der Band beschäftigt sich mit Fragen nach neuen gegenwartsrelevanten Inhalten der Philosophie, ihrer Rolle im Wissenschaftsgebäude und in der Gesellschaft, einer möglichen Neuorientierung der Geisteswissenschaften generell. Die gesamteuropäische Depression des Geistes und der Geisteswissenschaften wird als Symptom der Krise unserer wissenschaftlich-technischen Zivilisation gelesen und daher in den historisch-systematischen Zusammenhang eines umfassenden Rationalisierungs- und Technisierungsprozesses sowie kulturellen Wertewandels zurückgestellt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.01.2003
Die Autorin, eine Schweizer Philosophin, ist kaum dreißig Jahre alt, klagen aber, meint der Rezensent (Kürzel "upj.") kann sie schon ganz wie die Alten. Um die Philosophie, so ihre Diagnose, steht es schlecht. Dass Hegels Diktum, das Wirkliche sei vernünftig, nicht zutrifft, scheint ihr evident. Damit, folgert sie, hat die Philosophie abgewirtschaftet und solle ihr Selbstverständnis von Odo Marquard beziehen, der ihr immerhin noch die Tauglichkeit als "Inkompetenzkompensationskompetenz" zugesteht. Keinem gedient ist, referiert "upj.", mit der Ausrichtung an naturwissenschaftlicher Rationalität - gefragt stattdessen die "Rückbesinnung auf die Textur der menschlichen Lebenswelt."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.07.2002
"Schon tausendmal gehört", schreibt Matthias Kross im schönsten Schlagerdeutsch - "und tausendmal nichts passiert". Von wem gehört? Von solch illustren Persönlichkeiten wie Günther Anders oder Jürgen Habermas, aus dessen Frankfurter Philosophie-Schule die Autorin stammt. Wieder einmal wird also die Fragmentierung des Individuums beklagt, berichtet Kross, und zugleich die Krise der Philosophie benannt, der es nicht gelänge, ihrer eigentlichen Aufgabe nachzukommen, nämlich eine ganzheitliche Orientierung in dieser fragmentierten, technisch-industriellen Welt zu bieten. So weit, so gut, meint auch Kross. Nur leider verhalle dieser essayistische Aufschrei der Autorin völlig ungehört, weil sie der inzwischen vollkommen "überholten Aufspaltung der Vernunft in eine zweckrational-szientifische und eine normativ-kommunikative" aufsitze. Der alte "Grabenkrieg" zwischen Geistes- und Naturwissenschaften - stöhnt der Rezensent. Der führe zu nichts, zumal sich die Autorin offensichtlich geweigert habe, wissenschaftstheoretisch beschlagene Autoren der letzten zehn Jahre - und er führt da eine ganze Reihe von Namen auf - zur Kenntnis zu nehmen.
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