Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.07.2002
Es sei schon seltsam, meint Frank Rutger, dass Erich Rothackers Ruhm als Philosoph und Kulturwissenschaftler nie unter der Rolle gelitten habe, die dieser im Nationalsozialismus gespielt habe. Dabei sei Rothacker nicht nur institutionell mit den Nazis eng verbunden gewesen - 1933 rief Goebbels ihn ins Propagandaministerium, wo er die Abteilung für Volksbildung leiten sollte -, sondern auch ideologisch. Die "rassisch-biologische Fundierung" von Rothacker Kulturanthropologie herausgearbeitet zu haben, würdigt Rutger als das Verdienst von Volker Böhnigk. Ansonsten spart Rutger allerdings mit lobenden Worten, wobei nicht ganz klar wird, ob er tatsächlich so wenig aus dieser Studie herausgezogen hat. Bedauerlich findet der Rezensent jedenfalls, dass Böhnigk viele jüngere Publikationen zu Rothackers Wirken nicht zur Kenntnis genommen habe.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…