Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Moshe Zuckermann (Hrsg.)

Zwischen Politik und Kultur

Juden in der DDR

Cover: Zwischen Politik und Kultur

Wallstein Verlag, Göttingen 2002
ISBN-10 3892445214
ISBN-13 9783892445210
Kartoniert, 246 Seiten, 20,00 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Herausgegeben von Moshe Zuckermann. Der Band dokumentiert die Beiträge einer vom Institut für deutsche Geschichte der Universität Tel Aviv in Zusammenarbeit mit dem Franz-Rosenzweig-Zentrum in Jerusalem veranstalteten Konferenz, bei der es um die allgemeine Frage jüdischen Lebens in der DDR, um das kulturelle Wirken einzelner jüdischer Personen und um die Bestimmung von "jüdischer Identität" ging. Die Autorinnen und Autoren fragen anhand prominenter Beispiele nach der Relevanz des Jüdischen in der DDR. Für die wenigen Juden, die in der DDR gelebt haben, hatte das Jüdische unter den vorherrschenden ideologischen Prämissen in der Regel wenig Relevanz, während der zögernde und langsame Wiederaufbau der jüdischen Gemeinden in der alten Bundesrepublik zum Topos jüdischen Selbstverständnisses werden konnte. Dies ist um so bemerkenswerter, als in den geistigen und politischen Eliten der DDR viele Persönlichkeiten jüdischer Herkunft vertreten waren, darunter Arnold Zweig, Jurek Becker, Wolf Biermann und Gregor Gysi.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.11.2002

Christian Jostmann gibt mit einem Resümee des letzten antizionistischen Schauprozesses in Prag im Jahr 1952 eine kundige Einführung in das Thema "Juden in der DDR". Der sogenannnte Slansky-Prozess hatte auch in der DDR Niederschlag gefunden, auch wenn es dort nicht mehr - wie Jostmann erläutert - zu vergleichbaren Schauprozessen gekommen sei. Jostmann verweist auf eine Reihe an jüngeren Veröffentlichungen zu diesem Thema, denen er offensichtlich seine Kenntnisse verdankt. Der neueste Sammelband fasst laut Jostmann die Ergebnisse einer Tagung in Tel Aviv zusammen, er analysiere die Identität jüdischer Bürger in der DDR und enthalte entsprechend viele Fallstudien zu Persönlichkeiten des DDR-Kulturlebens wie Stefan Heym, Jurek Becker, Arnold Zweig oder Victor Klemperer. Ein anderer Beitrag verfolge das Auseinanderklaffen von Zeugenaussagen der jüngeren Zeit und Dokumenten aus den 50er Jahren, so dass von einer "Überlagerung der Identitäten" ausgegangen werden müsse. Was den Zwang zur Anpassung anging, schließt Jostmann, habe sich die DDR kaum vom Kaiserreich unterschieden. "Juden als Juden" hatten in der DDR nichts zu suchen.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.06.2002

Jens Hoffmann ist sehr angetan von dem Sammelband über Juden in der DDR, der aus einer Konferenz hervorgegangen ist, die 2000 in Tel Aviv stattfand. Besonders lobenswert findet es der Rezensent, dass viele der Beiträge sich bemühen, die in der DDR lebenden Juden aus ihrem "damaligen historisch-politischen Bewusstsein" heraus zu verstehen und sie nicht einfach als Opfer "abzuhacken". Auch dass, wie in dem von ihm explizit gelobten Beitrag von Kaynar zu Thomas Brasch, der Begriff einer jüdischen Identität kritisch unter die Lupe genommen wird, wird von Hoffmann mit Zustimmung aufgenommen. Er empfiehlt den Sammelband nachdrücklich, und meint, der eigentliche "Witz" des Buches sei, dass deutlich werde, dass man sich sowohl in der DDR als auch in der BRD die Juden vor allem als "angepasst, versöhnt, akzentfrei" gewünscht habe.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren