Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Mit 71 Abbildungen, davon 61 in Farbe, und 1 Ausklapptafel. Hans Belting sieht in den phantasievollen, rätselhaften Tafeln des Triptychons "Garten der Lüste" von Hieronymus Bosch (entstanden um 1505) im Gegensatz zu den bisherigen Interpretationen eine gemalte Utopie der paradiesischen Welt, die nur aus dem "Zeitgeist" heraus entstehen konnte Er interpretiert den "Garten der Lüste" nicht als Illustration der Schöpfungsgeschichte, sondern als eine gemalte Utopie des Paradieses ohne den Sündenfall und setzt sie in Beziehung zu den humanistischen Theorien von Thomas Morus und Willibald Pirckheimer. Auch ist es ihm gelungen, den weltlichen Auftraggeber und den Verwendungszweck des Triptychons zu bestimmen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.05.2002
Die Erschaffung der Erde, des Menschen und des ganzen Rests durch Gott findet in der Bibel zweimal statt, in sehr unterschiedlichen Versionen. Das ist, so Gustav Seibt, wichtig für Hans Beltings Deutung von Hieronymus Boschs viel umrätseltem Triptychon "Garten der Lüste". Die Zielsetzung ist dabei eine doppelte: ein "close reading" mit möglichst konsequenter Deutung der Vorgänge und Figuren einerseits, eine meta-theoretische Reflektion über die künstlerische Erschaffung nie zuvor gesehener Dinge andererseits. Das Mittelbild, der Paradiesgarten der Lüste, stellt, so Beltings These, das Paradies nach seinem Ende vor, "in einem hypothetischen Zustand", nämlich ohne Sündenfall. Der "minutiösen" Lektüre, mit der der Rezensent wohl gänzlich glücklich ist, stellt Belting eine Spekulation zur Seite. Die "Lücke in der Bibel" wird ihm zur Quelle eines neuen Begriffs von Kunst und Fiktion. Das nun findet Seibt zwar "anregend", keineswegs aber "zwingend". Sehr wohl lasse sich das Gemälde noch im Kontext des hergebrachten "Mimesis"-Begriffs deuten, so seine Gegenthese. An der Wertschätzung von Beltings Monografie ändert das offenkundig wenig - und die "wunderbaren Reproduktionen" sind ein weiteres Plus.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2002
Nichts an Hieronymus Boschs Gemälde Triptychon "Garten der Lüste" ist so einfach, wie es dem ersten Blick erscheinen mag, es handelt sich, im Gegenteil, so Werner Hofmann in seiner umfangreichen Rezension zu Hans Beltings Deutung des Werks, um ein "Musterbeispiel der Verschlüsselung". Belting beginnt mit einer Klärung der Fakten, vor allem der Bezüge auf die Bibel und ihrer Grenzen. Die Paradiesdarstellung nützt, meint der Kunsthistoriker, eine Lücke der Heiligen Schrift und imaginiert, ganz aus der "künstlerischen Einbildungskraft" heraus ein "utopisch-imaginäres irdisches Paradies". Der Bezug zur biblischen Autorität wie zu den ikonografischen Standards wird nicht gekappt, aber eigensinnig in Dienst genommen. Der Rezensent ist nicht mit allen Thesen Beltings einverstanden, an Beltings Skepsis gegenüber einer Annäherung von Bosch und Erasmus von Rotterdam macht er das explizit. Das Resümee fällt dennoch sehr positiv aus, Beltings Buch, so Hofmann, bereitet "Vergnügen von der Art intellektueller Gratwanderung".
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








