Bücherschau der Woche
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Jörg W. Rademacher. Victor Hugos private Aufzeichnungen aus dem Revolutionsjahr 1848 erstmals in deutscher Sprache: Dialoge, Aphorismen, Gedichte, Zitatcollagen, die den Autor als Vorläufer der Moderne profilieren.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.11.2002
Victor Hugo hat über die Revolution von 1848 nicht nur geschrieben, er war selbst mittendrin. So ließ er sich in die Pairskammer wählen - und verspürte doch bald schon die "Skepsis des Intellektuellen", der mit der Wirklichkeit der Revolution weit weniger anzufangen wusste als mit ihrer Idee. Dieser Band nun wählt aus den umfangreichen, in französischer Sprache in den letzten Jahren edierten Tagebuch-Aufzeichnungen Hugos jene des Jahres 1848 aus. Die Lektüre, räumt die Rezensentin Hannelore Schlaffer ein, ist zunächst ein wenig mühsam: Hugo hat so manche länger geratene Rede geschwungen, die sich hier wiederfindet. Dann aber nehmen die Ereignisse an Rasanz zu, die Aufzeichnungen werden umso kürzer - und Hugo wird zum "versierten Schriftsteller", den man kennt. Sehr freundlich bespricht Schlaffer das Buch dennoch nicht. Das liegt aber nicht an Hugo, sondern am deutschen Herausgeber, der, klagt die Rezensentin, manch nutzlose Erwägung anstelle, auf das wirklich wichtige - Hintergrundinformationen, präzise Kommentare - leider aber verzichtet habe.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.08.2002
Joseph Hanimann preist Victor Hugo als einen Autor, der persönliches Schicksal, politische Ereignisse und literarische Strömungen auf einzigartige Weise in seinen Schriften zu vereinigen verstand. Das vorliegende Buch, das Notizen, Aufzeichnungen, Reden und Kommentare aus dem Revolutionsjahr 1848 in einer postum zusammengestellten Sammlung bietet, überzeugt den Rezensenten vor allem wegen der "Unmittelbarkeit" der Aufzeichnungen. Besonders amüsant findet er dabei die "geistreichen Wortsticheleien", die "Stilblüten, Kalauer und witzigen Versprecher" im Parlament, die Hugo notiert hat. Diese habe der Übersetzer auch meist "einfallsreich" übersetzt und mit aufschlussreichen Kommentaren versehen, lobt Hanimann zunächst. Dann aber kritisiert er die Textsammlung wegen ihrer Übertragung ins Deutsche doch als "holpriger", als sie durch die bunte Zusammenstellung ohnehin schon ist. Das trübt seiner Ansicht nach den Genuss der Aufzeichnungen eines "literarischen Genies" nicht unerheblich.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.05.2002
Als fehlgeschlagen bezeichnet Eva Marz den Versuch, Victor Hugo als "politischen Beobachter" durch ein sogenanntes "Revolutionsjournal" zu legitimieren. Gemeint ist die Revolution von 1848 - Hugo war Mitglied der Nationalversammlung und Bürgermeister des Pariser Marais-Viertels, berichtet Marz. Das "Revolutionsjournal" hat es in der vorliegenden Form nie gegeben, erfährt man von Marz, es wurde von Herausgeber Jörg W. Rademacher aus verschiedenen Notizbuchsammlungen kompiliert. Hugo war ein berüchtigter Notizbuchschreiber, doch hielt er darin vor allem die Unruhe seiner erotomanen Natur fest, erklärt Marz. Politik wiederum, stellt die Rezensentin erstaunt fest, spielt in seinen Aufzeichnungen nur eine untergeordnete Rolle; zwar notiere Hugo "jeden Spottvers und jeden Witz" aus der Nationalversammlung, aber Analytisches, Reflektierendes, kurzum einen staatsmännischen Beobachter kann sie nicht erkennen. Dass Hugo sehr wohl ein genauer Beobachter des politischen Geschehens jener Tage war, ergibt sich für Marz ausschließlich aus seiner Literatur. Offensichtlich habe Hugo Sex und Politik - zumindest literarisch - streng getrennt, schließt die Rezensentin.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
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