Inwiefern formen Wahlrecht und Wahlsystem die Parteiensysteme? Lassen sich gesetzmäßige Beziehungen feststellen? Welche Bedeutung kommt dem gesellschaftlichen und politischen Kontext zu? Ein Lehrbuch zu einem aktuellen Thema, das die Zusammenhänge zwischen den rechtlich-institutionellen Regelungen des Wahlprozesses einerseits und dem Parteienwettbewerb sowie den Wahlergebnissen anderseits darstellt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.05.2002
Mirabeau sah als Erster im Parlament eine getreue Kopie des Volkes, erklärt Rezensent Friedrich Pukelsheim eingangs. Diese 1789 formulierte Ideal der proportionalen Repräsentation habe dann einen grandiosen Siegeszug durch die ganze Welt angetreten. Bei der Flut von einschlägigen Publikationen zu diesem Thema kommt den Meistern des Fachs nach Einschätzung des Rezensenten besonderes Gewicht zu. In Dieter Nohlens "Wahlrecht und Parteiensystem", das jetzt neu aufgelegt wurde, erblickt der Rezensent einen wahren "Klassiker der Wahlliteratur", vergleichbar mit Michel L. Balinskis und H. Peyton Youngs Meisterwerk "Fair Representation", das sich der Geschichte des Systems, die Sitze des US-Repräsentantenhauses den Bundesstaaten proportional zu ihren Einwohnerzahlen zuzuteilen, widmet. Einen anderen Ansatz als Balinski und Young verfolgt nach Ansicht des Rezensenten Dieter Nohlen. Der Rezensent preist Nohlens Arbeit als "grandiose Gesamtschau von Wahlsystemen". Das Hauptgewicht von Nohlens Arbeit liegt nach Auskunft des Rezensenten in der Darstellung der Wahlsysteme der Länder dieser Welt. Mit seiner phänomenologischen Sichtweise, lobt der Rezensent, lasse Nohlen die Leser teilhaben an seinen gewachsenen Einsichten, wie Wahlsysteme nach unterschiedlichen Rahmenbedingungen gestaltet werden.
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