Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2002
Wer sich von der Autobiografie von Fries "die Wahrheit" erhofft, hofft umsonst, meint Hermann Kurzke, den das Buch sehr verärgert. Wie schon in den Lebenserinnerungen von Hermann Kant und Sascha Anderson, sei die Verdrängung der Stasi-Vergangenheit und der damit verbundenen Schuld allgegenwärtig, allerdings werde sie selten derart "unverfroren" dargeboten wie in Fries' Erinnerungen, schimpft der Rezensent. Ihn erbost, dass der Autor keinen Gedanken an seine Opfer verschwendet und statt dessen so tut, als hätte er gar keinen Schaden angerichtet, weil er der Stasi sowieso nur das erzählt habe, was schon bekannt gewesen sei. Das Buch strotzt vor "zynischer Ehrlichkeit", die zudem nicht einmal richtig interessant ist, wettert Kurzke, der weder den politischen noch den privaten Autor " sympathisch" findet. Dabei, so der Rezensent enttäuscht, wäre das Leben von Fries "detailgenau erzählt und radikal ehrlich" sehr spannend gewesen.
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